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Palästina · 1910-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 270

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 11-12
Article
[Rezension]
Date
1910-01-01
Page
Seite 270 (sequence 2)
Language
German
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Einzelne Druckfehler in Namen stören: so wird Mr. Foaden, der verdiente Generalsekretär der Khedivial Agricultural Society oft als Mr. Fohden, der berühmte Oberst Marchand auf S. 184 als Marschand, ein berüchtiger Sklavenhändler S. 17 als Sobehr, S. 219 als Zobheir Pascha vorgeführt Bar el Ghazol heißt nicht „Amazonen-", sondern „Gazellen-" Fluß (S. 184). Strakosch scheint auch das sexuelle Temperament der ägyptischen Schafe bei dem heißen Klima zu unterschätzen, wenn er auf S. 106 je 100 sich mit einem Hammel statt eines Widders begnügen läßt. Lesen wir bei Strakosch von Emin Pascha und vor allem von* Slatin Pascha, so erinnern wir uns, daß beide hervorragende Administratoren ursprünglich Juden waren; auch hier wiederum Talente, die unserem Volkstum verloren gingen. Für die palästinensische Landwirtschaft wie =rtig ist der Satz: „So ist das Vieh gerade in den heißesten Monaten auf das trockene Futter angewiesen, das wegen Mangel an Heu und an Abfällen landwirtschaftlicher Gewerbe und Industrien noch weniger bekömmlich und reizvoll ist, als unsere Winterfütterung." Der schlechte Viehstand, auch in Palästina, ist also doch wohl in tieferen Ursachen begründet, als nur in mangelnder Pflege. Alles in Allem ist Strakösch's Buch als Einleitung in das Stadium der ägyptischen Volkswirtschaft recht brauchbar. Der speziell landwirtschaftlich Interessierte ergänze es durch die ausgezeichnete amtliche von Foaden und Fletscher herausgegebene Schrift „Text Book of Egyptian Agriculture", der Politiker durch Cromers „Modern Egypt", Miliners „England in Egypt" u. a. m. Als Perle der Buchhändler für Aegyptiaca sei empfohlen: F. Diemer, Fink & Baylaender, Shepheards, Buildings, Kairo. Dr. G. H. Heymann. Der Tropenpflanzen (Organ des Kolonialwirtschaftlichen Komitees, Berlin, Unter den Linden 43.) Die Oktobernummer enthält an erster Stelle einen interessanten Aufsatz von R. J. Holty-Camaguey (Kuba) über die „Zuckerrohrkultur und Zuckerindustrie auf Kuba". Der Verfasser weist zunächst darauf hin, daß die Zuckerproduktion in Europa von Jahr zu Jahr erheblich abnimmt,, der Weltverbrauch an Zucker-aber bedeutend zunimmt. Unter allen in Betracht kommenden Ländern sei vor allem Kuba wegen seiner guten klimatischen und Bodenverhältnisse sowie seiner gewaltigen noch unbebauten Strecken Landes dazu berufen, diesen Mehrverbrauch auszugleichen. Sodann schildert Holty ausführlich den heutigen Stand der kubanischen Zuckerrohrkultur und gibt über ihre Rentabilität zuverlässige Daten. In gleicher Weise wird die Zuckerindustrie Kubas eingehend gewürdigt. Heute bestehen auf Kuba im ganzen 186 Zuckerfabriken, von welchen sich 75 im Besitz von Engländern, Franzosen und Spaniern, 72 im Besitz von Kubanern und 38 im Besitz von Amerikanern befinden; auf die amerikanischen Fabriken entfallen jedoch allein 34 Prozent der Gesamtzuckerfabrikation der Insel. Eine einzige Fabrik befindet sich in deutschen Händen. Im Hinblick auf die Konstellation des Weltmarktes richtet der Verfasser an die deutsche Zuckerindustrie die Mahnung, für die abnehmende heimische Produktion einen Ersatz zu schaffen. In einem weiteren Artikel gibt H. Juan Ludewig-Mexiko ein anschauliches Bild von derKautr schukkultur in Mexiko. Interessenten erhalten hier bei den oft widersprechenden Gerüchten über diese Frage von einem mit den Verhältnissen an Ort und Stelle genau vertrauten Fachmann zuverlässige Angaben über den heutigen Stand der Kautschukproduktion Mexikos und ihre Aussichten. In einem weiteren Aufsatze weist Dr. P. Vageler-Königsberg auf die Bedeutung der Bodenkunde fürkolonial eLandwirtschaft hin und sucht darzulegen, daß eine, wenn auch nur oberflächliche Kenntnis der Bodenkunde für. den Pflanzer in den Kolonien von großer Bedeutung ist und ihm viel Lehrgeld ersparen kann. Des weiteren, enthält 270

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