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Palästina · 1910-01-01 · Heft 10 · p. Seite 211

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Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 10
Article
Zum Klima Palästinas
Date
1910-01-01
Page
Seite 211 (sequence 2)
Language
German
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die Mitte des Sommers auf, sondern in den Monaten Mai oder Juni, zufolge des von der Wüste kommenden „Hamsin". Die Regenzeit dauert von Mitte Oktober bis Anfang Mai. Natürlich schließt dieselbe recht viele schöne Tage ein (da auch die einzelnen Regen gewissermaßen periodisch auftreten). Im ganzen sind die einzelnen Niederschläge so intensiv, daß jene Niederschlagsmenge, welche eine Regenzeit bringt, nicht wesentlich verschieden ist von jener, die in Mitteleuropa während eines Jahres fällt. Doch ist die Abnahme der Niederschlagsmenge von Norden nach Süden eine beträchtliche. Der Libanon gehört zu den niederschlagreichsten Gebieten, Beirut weist 880 m auf, Gaza nur 420 m (Alexandrien nur noch 210 mm). Aehnlich wie die Regenmenge nimmt auch die Dauer der Regenpeviode von N. nach S. ab. Sehr bedeutend sind aber auch von Jahr zu Jahr die Schwankungen sowohl der Regenmenge — wie schon erwähnt als der Zahl der Regentage. So schwankt z. B. in Jerusalem in den Beobachtungsjahren die Niederschlagsmenge einer Regenzeit zwischen 976 mm (1892j93) und 404 mm(1900jl901), die Dauer derselben zwischen 245 und 156 Tagen. Früh- und Spätregen haben ihre besondere Bedeutung nicht sowohl in Bezug auf ihre Intensität (diese ist verhältnismäßig gering) als wegen ihrer Bedeutung für die Landwirtschaft. (Es erscheint in der Bibel von höchster Wichtigkeit, daß der Regen „zu seiner Zeit" komme.) Gewitter treten nicht allzu häufig im Spätherbst und Nachwinter auf, in den Monaten November, Dezember, März, April. Von der Luftfeuchtigkeit (welche im allgemeinen recht gering, an •der Küste natürlich höher als im Binnenlande und im Sommer etwas höher als im Frühling und Herbst ist) hängt die Verdunstungsstärke ab, meßbar durch jene Mengen, welche die ungesättigte Luft noch aufnehmen kann. In der Regenzeit wird die Verdunstung eben durch den Niederschlag mindestens ausgeglichen. Dieser Ausgleich ist ein solcher, daß, wenn man ein leeres Reservoirzu Beginn derRegenzeit sowohl dem Regen als der Verdunstung überlassen würde, dieses sich erst Ende November dauernd mit Wasser füllte. Das Maximum der Wassermenge würde etwa Mitte April eintreten, zu welcher Zeit auch am Tiberiassee der höchste Wasserspiegel beobachtet wurde. Vom Monate Juli an muß jede Wasseransammlung, die keinen Zufluß hat, völlig versiegen. Am Toten Meere ist diese Verdunstung bekanntlich so stark, daß sie den gesamten Zufluß gerade aufzehrt, so daß der Spiegel stets ungefähr in gleicher Höhe bleibt. Eine Spitzenindustrie für Palästina.*) Von Davis Trietsch (Berlin) Die jüdische Entwicklung in Palästina hängt in der Hauptsache von zwei Dingen ab: von der Hebung der bereits im Lande wohnenden Bevölkerung und *)Ueber dieses Thema hat der Verfasser »m April vor dem „Deutschen Lyceum-Klub" einen mit einer Ausstellung verbundenen Vortrag gehalten, über den die Berliner Tagesbiätter eingehend berichteten. Seither ist der Sache in weiteren Kreisen erhebliches Interesse entgegengebracht worden, wonach zu hoffen steht, daß die hier gegebene Anregung bald in größerem Maße in die Tat umgesetzt werden wird. 21t

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