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Palästina · 1910-01-01 · Heft 10 · p. Seite 208

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 10
Article
Direkte Aktion in Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 208 (sequence 2)
Language
German
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die Möglichkeit zu gesundender Arbeitsbetätigung. War es aber früher mit großen Schwierigkeiten verbunden, von Europa aus Boden zu kaufen oder gekauften bebauen zu lassen, so ist heute in dem Palästinaamt in Jaffa eine Stelle gegeben, welche alle nötigen Transaktionen in genauester und verläßlichster Art durchzuführen in der Lage ist, insbesondere seit es in der Palestine Land Development Company ein Instrument besitzt, das alle Funktionen einer Landgesellschaft erfüllen kann. Es sei ausdrücklich bemerkt, daß es sich bei Ankäufen von Land durchaus nicht um große Summen handeln muß. So hat erst kürzlich eine Gruppe von Wiener Palästinafreunden in einer jüdischen Kolonie eine Anzahl von Parzellen im Ausmaße von je 5 ha (55 Dunam) erworben. Eine solche Parzelle kostet bloß 1300 Francs. Im Falle der Bepflanzung, welche vom Palästinaamt beaufsichtigt wird, betragen die weiteren Kosten durch vier Jahre je 1000 Francs. Das sind keine unerschwinglichen Summen, umso mehr als es sich um eine gute Kapitalsanlage handelt. Dieses Moment ist auch bei größeren Käufen zu berücksichtigen. Die Pflanzungen in Palästina geben durchschnittlich eine sehr gute Verzinsung, 10 bis 15 Prozent sind keine Seltenheit. Und daß der Bodenwert steigt, ist eine bekannte und unausbleibliche Erscheinung. Es sollte demnach wohlhabenden Palästinafreunden nicht schwer fallen, einen Teil ihres Vermögens im Lande zu investieren. Dann ist für dieselben äußerlich ein gewisser Wirklichkeitszusammenhang mit der gewünschten Wiederauflebung Palästinas manifestiert. Auch der Erwerb von städtischem Terrain und der Bau städtischer Häuser bedeutet eine Steigerung jüdischen Besitzes und kann in Anbetracht der in den Städten noch herrschenden Wohnungsnot von großem Nutzen für die Allgemeinheit sein. Die Beteiligung an gewerblichen Unternehmungen ist gewiß ebenfalls möglich, jedoch von Europa aus schwieriger zu überblicken. Wenn nun solche Aktionen zugleich geschäftlichen Charakter haben und doch im Interesse der Allgemeinheit gelegen sind — nicht zuletzt durch die damit gegebene Erwerbsgelegenheit für Arbeiter und Beamte — so können anderseits eine Reihe im besten Sinne philantropischer und sozialpolitischer Aktionen ganz gut von Einzelnen oder von kleinen Gruppen ins Werk gesetzt werden. Das stete Wachstum der jüdischen Siedlung hat naturgemäß das Auftauchen einer Reihe von sozialen Bedürfnissen zur Folge, für welche die Selbsthilfe nicht ausreicht, die großen Organisationen nicht immer so leicht das intime Verständnis werden gewinnen können. Es bleiben noch zahlreiche Lücken, welche auszufüllen sehr gut privaten Aktionen von Palästinafreunden 208

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