Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Tätigkeit des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Palästina 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 3)
- Language
- German
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Aus Jaffa wird um die. Errichtung eines dritten. Kindergartens petitioniert. Zur Unterbringung einer Anstalt wurde ein Platz anstoßend an das, jüdische Viertel Achusat Bait erworben,., mit schöner-Aussicht auf Stadt und Meer. An der Knabenschule die 1906 gegründet wurde, ist eine neue Klasse (die fünfte) eröffnet worden. In Rechowot steuert die Gemeinde zur Schule bei. Außerdem gehen 2400 Frcs. "für Schulgeld ein. In einer VetSammlung der Eltern wurde den Leistungen der Schule einstimmig; Anerkennung gezollt. In Haifa hat Dr. Elias Auerbach die Aufsicht über die Gesundheitspflege übernommen und läßt allen Kindern Einzelbehandlung angedeihen. In Beirut wurde für erwachsene Mädchen ein Abendkurs für Hebräisch eingerichtet. Es wird von dort petitioniert, an den Kindergarten Schulklassen anzugliedern. In Katrah wird im Frühjahr 1910 ein Seminarist die Leitung der Schule übernehmen. Äußer Unterstützung von Anstalten, hat der Hilfsverein noch einige andere Aufwendungen für Palästina gemacht. Zur Stationierung einer Hebamme in Hebron bewilligte er 500 Frcs. Anläßlich der Meningitis- Epidemie, Frühjahr 1909, überwies er 1000 Frcs. Demnächst wird der Hilfsverein ein hebräisches und deutsches Liederbuch von A. Idels o h n, Jerusalem, zusammengestellt, herausgeben. Das Jüdische Institut für technische Erziehung in Palästina ist unter diesem Titel beim Amtsgericht eingetragen worden. Vorsitz und Geschäftsführung sind dieselben, wie beim Hilfsverein (James Simon und Dr. Paul Natha»). Im Kuratorium befinden sien u. a.: Dr. C. Adler (Philadelphia), Dr. Gawronsky (Moskau), U. Ginsberg, (Achad Häam London), Dr. Schmarjah Levin (Berlin), Dr. Tschlenow (Moskau). Das Grundstück, das in Haifa am Fuße des Karmel erworben wurde, umfaßt 45000 Quadratmeter. In kürzester Zeit wird der Grundstein für das Gebäude gelegt werden. Regierungsbaumeister Bärwald, hat in Haiffadie nötigen Studien zur Ausführung des Baues gemacht. Für Grunderwerb, Bau- und Einrichtung stehen 700.000 Mark zur Verfügung sowie ein Darlehen von 100 000 Frcs. seitens des Jüdischen Nationaifonds. Für die Unterhaltung des Institutes sind einstweilen nur die Zinsen von 320.000 Mark vorhanden (hievon 300.000 Mark vom Hilfsverein). Ueber Einrichtung und Lehrplan wurden verschiedene Beratungen mit Fachleuten gepflogen, doch läßt sich definitives natürlich nicht von vornherein feststellen. Der" Bericht über das Technikum schließt mit den Worten:-„Die Errichtung eines Technikums im Orient ist ein weiterer und bedeutsamer Schritt vorwärts auf dem Wege zu unserem. Ziel, d i e jüdische Jugend im Orient zu einer heim fr ohen, bodenständigen und erwerbstätigen Bevölkerung heranzubilden, die, auf eigene Kraft gestellt, unabhängig, von der Wohltätigkeit des Abendlandes wirkt und dm\h ihre Tüchtigkeit sich selbst und dem ottomanischen Vaterlande in gleicher Weise Nutzen bringt Aber das Technikum soll darüber hinaus auch denjenigen Juden des europäischen Ostens, die infolge der Bedrückungen und der Hindernisse, die ihrer Bildung in den Weg gerückt werden, die technischen Anstalten ihrer Heimat nicht zu besuchen imstande sind, eine Stätte bieten, an der sie ihre Ausbildung erhalten können. Wird dieser doppelte Zweck erreicht, dann wird sowohl für die Juden Osteuropas wie für die des Orientes die Errichtung eines jüdischen Technikums in Haiffa von epochemachender Bedeutung werden". XV 198