Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Moses Montefiore
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 2)
- Language
- German
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Iästina als eine Erlösung für die Judetmeit der Länder der Verfolgungen Montefiore hat bei Jaffa die erste jüdische Bojare anlegen lassen, in Jerusalem eine Siedlnug gegründet und eine Druckerei ins Leben gerufen. Als Hundertjähriger erlebte er noch das Hervorbrechen des neuen Zionsgedankens und die Gründung der ersten Kolonien. Als lebendiges Denkmal wird seiner Erinnerung eine Landspende gewidmet, die den Namen „Maskeret Möschen* trägt und die Errichtung jüdischer Arbeiterheimstätten in Palästina zum Zwecke hat. *Ä Erwerbsaussichten für jüdische Einwanderer in Palästina. Zusammengestellt vom Palästina-Amt in Jaffa. I. Erwerbsaussichten in der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft ist derjenige Erwerbszweig in Palästina, in dem Juden in unbeschränkter Zahl ihie Existenz finden können. Je nach Vermögen, Alter und Familienstand (verheiratet oder unverheiratet) ergeben sich folgende Möglichkeiten: I. Leute ohne Vermögen können als Arbeiter Beschäftigung ei halten; entweder in den Pflanzungskolonien in Judäa oder in den Ackerbaukolonien in Galiläa. Anfangs werden die Arbeiter nur tageweise beschäftigt, später können sie auch monateweise angestellt werden. Da die Arbeit ziemlich schwer ist, eignen sich nur junge, kräftige Leute dazu. Die tägliche Arbeitszeit betlägt r.cht Stunden. Als Lohn erhält der Arbeiter im Anfange ungefähr 1.25 Francs (120 K, 50 Kopeken) pro Tag; geübten Arbeitern wiid später bfs zu 2 Francs (1.90 K, 80 Kopeken) gezahlt. Bei 25 Arbeitstagen im Monat verdient also der Arbeiter im Anfange 32 Frcs., später bis zu 50 Frcs. Dieser Arbeitslohn reicht zum Unterhalt für eine Familie nicht aus, denn eine Familie von Mann, Frau und zwei Kindern braucht zum Unterhalte 75 Frcs. monatlich, nämlich 15 Frcs. für Wohnungsmiete und 60 Frcs. für Nahrungsmittel; ein unverheirateter Arbeiter kann jedoch mit dem Lohn auskommen, da der Lebensunterhalt eines unverheirateten Arbeiters sich mit 40 Frcs., im Notfalle auch etwas billiger bestreiten läßt. Es ist dringend wünschenswert, daß der Einwanderer wenigstens 100—200 Frcs. mitbringe, damit er für die erste Zeit, wo er noch wenig verdient und zeitweilig ohne Arbeit ist, über einen Reservefonds verfüge. Arbeiter, welche einige Jahre in der Landwirtschaft in Palästina tätig gewesen sind und sich als tüchtig bewährt haben, haben Aussicht, Stellen als Aufseher oder Verwalter zu bekommen oder von einer jüdischen Kolonisationsgeseifschaft als Pächter oder Kolonisten angesiedelt zu werden und so zur Familiengründung und Selbständigkeit zu gelangen. II. Leute mit einigen tausend Francs Vermögen können ebenfalls nur als Arbeiter ihre Existenz finden. Sie haben jedoch die Möglichkeit, die zum Unterhalt einer Familie notwendige Summe von etwa 75 Frcs. monatlich zusammenzubringen, denn außer dem Arbeitslohn von 35 -50 Frcs., den sie selbst erhalten, können sie die Arbeitekraft der Frau und der Kinder im Hause ausnützen und zwar in folgender Weise: a) durch Geflügelzucht. Die Anlage eines Hühnerhofes mit 100 bis 200 Hühnern kostet bis 1C00 Frcs., und es lassen sich daraus nach einiger Zeit durch den Verkaut von Eiern und Hühnern 20—30 Frrs n----^Vh verdienen. 186