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Palästina · 1910-01-01 · Heft 8 · p. Seite 178

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 8
Article
Statistik der Auswanderer nach Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 178 (sequence 4)
Language
German
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Sämtliche Auswanderer beherrschten die jüdische Sprache, davon 41 (12) auch noch die Landessprachen und 23 (14) mehr als drei Sprachen. 25 (23) beherrschten die hebräische Sprache in Wort und Schrift. Von den 75 Personen, die diesbezügliche Angaben machten, besaßen Informationen: 23 von Bekannten, die in Palästina wohnen, 15 aus Lektüre der zionistischen Literatur, 4 von unserem Bureau, 2 vom Odessaer Komitee und 31 hätten keinerlei Informationen. Dieses Uebel, über welches fast jedes Emigrationsbureau klagt, zeigt sich auch bei der Auswanderung nach Palästina und hat manchmal unangenehme Folgen. Durch diesen Mangel an Informationen über Palästina und die Reise ist die Tatsache zu erklären, daß in diesen sechs Monaten 14 (5) Personen nur teilweise Geld für Reisespesen hatten. Dank dem vom I. Wr. Frauenvereine geschaffenen kleinen Fonds und der Unterstützung der israelitischen Kultusgemeinde ist den Auswanderern die Erreichung ihres Zieles ermöglicht worden. Die Kultusgemeinde unterstützte in (2), die die Zionisten in 14 (3) Fällen. Von den übrigen Auswanderern hatten: nur für Reisespesen 52(27), ierner verfügte 1 über 500 K, 3 über 1000 K, 2 über 5000 K, 2 über 10.000 K, 3 über 25.000 K, 1 über 100.000 K, 20 (1) verweigerten die Angabe ihres Vermögens. Der physische Zustand der Answanderer war nach ihren Angaben und dem äußeren Aussehen recht günstig. gut........87 (20) schwach......12 (14) Bekannte hatten in Palästina . . 38 Verwandte.......... 11 Die Zahl der Auswanderer in den einzelnen Monaten der Berichtzeit war: Jänner 17 (9), Februar 5 (7), März 13 (5), April 4 (5), Mai 28 (2), Juni 32 (6). Eine merkwürdige Anomalie tritt bei dieser Auswanderung zu Tage. Aehnlich wie im vorigen Jahre ist die Auswanderung in der ,Berichtzeit während der Wintermonate, also in der zur Aklimatisierung günstigsten Zeit sehr gering, .während sie in den Sommermonaten ziemlich stark ist. Chachambaschis. (Originalkorrespondenz aus Jaffa.) Ein wunderliches Schauspiel! Dem Sturze Abdul Hamids folgte bald der des obersten Chachambaschi in der Türkei. Zum unzweideutigen Ärger der extrem Orthodoxen wird ein homo novus, ein Zögling der alleinseligmachenden Alliance-Israelite-Universelle, Rabbi Chaim Nahum, der erste Chachambaschi des Reiches. Laut ertönt die Klage im dunkeln Blätterwald, vom Jerusalemer „Hachwazeleth" bis zum Frankfurter „.Israelit". An den Straßen Jerusalems fordern anonyme Plakate die fromme Judenheit auf, wegen dieser unglücksvollen Ernennung Buße zu tun und Fasttage zu veranstalten. Es ist nicht ermittelt worden, ob wirklich jemand dieser heuchlerischen Aufforderung nachgekommen ist. Sicher und evident 178

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