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Palästina · 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 149

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Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 6-7
Article
Studentenreisen nach Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 149 (sequence 2)
Language
German
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Eine Palästinareise gehört heute nicht mehr zu den unerschwinglichen Dingen, vorausgesetzt, daß die nicht sehr bemittelten Teilnehmer solcher Reisen vor gewissen Opfern der Bequemlichkeit nicht zurückschrecken- Unter dieser Voraussetzung vereinfachen sich die Kosten in doppelter Beziehung: erstens durch die beträchtlichen Ermäßigungen, welche der österreichische Lloyd durch die zionistische Organisation Palästinareisenden gibt (in den diesbezüglichen Aufrufen wird direkt von „Zionistenfahrten" gesprochen), andererseits durch die verhältnismäßige Billigkeit des Lebens in Palästina. Die Fahrt von Triest nach Jaffa (ebenso zurück) kostet III. Kl. K 50.— (ohne Verpflegung), die Bahnfahrt Wien nach Triest (ermäßigt) K 12.75. Bei gemeinsamen Fahrten kann die Ermäßigung dadurch gesteigert werden, daß für zwanzig eine Freifahrt zugegeben wird. Andererseits wird die Gemeinsamkeit die Touren etc. auch die Kosten in Palästina herabsetzen. Ein vierwöchentlicher Aufenthalt in Palästina läßt sich mit allen Nebenausgaben, falls mindestens 5 Personen in einer Gruppe vereint sind, nach den Angaben Dr. Ruppins mit 200 Franken (sogar mit einem gewissen Komfort) bestreiten. Bei gewissen Einschränkungen würden auch 150 Francs ausreichen. Aufgabe eiuer guten Organisation würde es sein, alle notwendigen Vorbereitungen: Reiseplan, Kostenberechnung, Einzahlungsmodus etc. auf das Genaueste festzusetzen. Jedenfalls ist die Fahrt von Wien bis Wien zurück samt Aufenthalt von 4 Wochen in Palästina mit K 350.— zu bestreiten, gewiß kein allzuhoher Betrag. Wir werden auch in der Lage sein, bei Bekannten in Palästina dahinzuwirken, daß den Reiseteilnehmern alles nach Möglichkeit in bester Weise geboten wird. Als Zeit für sechswöchentliche Fahrten empfiehlt sich am besten die Frühjahrs- resp. Osterzeit, die unter Zuziehung von noch zwei bis drei Wochen mit den Osterferien zusammenfallen könnte, allenfalls eine etwas frühere Zeit, dann der Anfang der Regenzeit (Ende Oktober), aber auch Fahrten während der Sommerferien (besonders von Mitte September an) sind ausführbar. Wir fordern die Vertreter von Studentenvereinigungen und einzelne speziell Interessierte (auch NichtStudenten) auf, zur eventuellen Veranstaltung solcher Reisen sich mit uns in Verbindung zu setzen! Redaktion der Zeitschrift „Palästina". 0 Kurze Nachrichten, — Agronom Aaronsohn, leitender Direktor der „Jewish Agricultural Experiment Station" bei Haiffa, befindet sich auf der Rückreise nach Palästina. Die Versuchsstation wird sich hauptsächlich damit befassen, das Studium der speziellen Voraussetzungen der Landwirtschaft im Orient fortzusetzen und die Ergebnisse den Ansiedlern zugute kommen zu lassen. — Die Phosphatminen von Es-Salt sind einem französischen Konsortium verpachtet worden. Die Regierung plant den Bau einer Zweiglinie der Hedschchasbahn nach Es-Salt; hiefür, sowie für eine neue Hafenanlagc in Haiffa soll eine Anleihe von 1 y> Millionen Francs aufgenommen werden. . . , : — Die Zentralbibliothek in Jerusalem versendet eine Schrift über ihre Entstehung und Entwicklung. Es geht daraus hervor, daß sie 32.000 Bände besitzt, darunter 20.677 Bände Hebraica. — Der Jahresbeitrag beträgt 3 Rubel. — Ben Jehuda sen. in Jerusalem, Herausgeber des. enzyklopädischen Wörterbuches, der ein Hauptverdienst an der Wiederbelebung der hebräischen Sprache in Palästina hat, feiert - sein 30jähriges Schriftstellcrjubiläum. 149

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