Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Mitteilungen : die Reise nach Palästina / Informationsbüro für Palästina <Wien>
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 2)
- Language
- German
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- Odesa 1× ep/1000834
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Nähere Auskünfte und Ermäßigungen erteilt: Palästinabureau, Odessa, Awtschinnikowgasse 12. Reisepaß ist bei der Fahrt über Odessa oder Konstanza unbedingt notwendig und muß bei den Konsulen der zu passierenden Länder visiert werden. Auch bei der Reise über Triest ist der Paß erforderlich und muß beim türkischen Konsulat in Wien oder Triest zur Visierung vorgelegt werden. (Visogebühr beträgt K 5'20.) Inwiefern der Paß durch andere Dokumente vertreten werden kann, teilt auf Anfrage unser Bureau mit. Gepäck. Bei der I. KI. darf man 100 kg, bei der II. Kl. 60 kg, bei der III., respektive IV. KI. 30 kg pro Person frei mitführen. Die Gebühr für den Gepäckstransport ist im übrigen sehr niedrig. Kleidung. Für die Reise sollen immer wärmere Kleidungsstücke mitgenommen werden, da die Abende und Nächte auf dem Meere kühl sind. In Palästina selbst soll die europäische Kleidung nach Möglichkeit durch die landesübliche vertreten werden. Kost. Die Verpflegung auf den Schiffen ist nicht rituell. Deshalb haben unsere Gesinnungsgenossen die Möglichkeit, die III. KI. Eillinie und II. Kl. Syiische Linie auch ohne Verpflegung zu benutzen. Die Passagiere der III. Kl. Syrische Linie und der IV. Eillinie können auf Wunsch Matrosenkost zum Preise von Frcs. 2.— pro Tag erhalten. Kinder unter drei Jahren haben freie Fahrt, Kinder zwischen drei und zwölf Jahren zahlen die Hälfte des ermäßigten Fahrpreises. Zeitpunkt. Am günstigsten für die Reise ist der Zeitraum November-April, da zu dieser Zeit das Klima in Palästina mild ist und daher der Akklimatisierungsprozeß leichter und schneller verläuft. Auch bieten sich in dieser Zeit die meisten Arbeitsgelegenheiten. Auskünfte über die Reise, Erwerbsmöglichkeiten etc. erteilt unentgeltlich das Informationsbureau für Palästina, Wien, IX/i, Türkenstraße 9. X Studentenreisen nach Palästina. Es ist eine in gewissem Sinne verwunderliche Erscheinung, daß trotz großer Begeisterung und trotz eines gesteigerten Interesses für das Land Palästina der persönliche Kontakt und die persönliche Erfahrung inbezug auf die erstrebte neue Lebensentwicklung noch äußerst gering sind. Zum Teile mag dies ja der begreiflicherweise verbreiteten Vorstellung zuzusehreiben sein, unser Zukunftsland sei heute noch ein ödes, im fernen Asien gelegenes Land, nur durch mühsame Opfer an Zeit, Kraft und Geld zu erreichen. Uneingestandenermaßen scheint dies ein Haupthindernis für die Veranstaltung häufigerer Reisen nach Palästina auszumachen, welche ja sozusagen den ersten Schritt dazu bildeten, sich überhaupt ein Bild dessen zu machen, was in Palästina getan werden soll und kann. Und wir kommen ja mehr und mehr zur Ueberzeugung, daß das Zukunftsland bei weitem mehr als ein Asylland für einen Teil des jüdischen Volkes bedeutet, daß es im nationalen Sinn unser Zukunftsschicksal ist, das sich dort gestalten soll. In den letzten Jahren hat charakteristischerweise die Zahl ernster Palästinareisen zugenommen. Eines fehlt aber in dieser Beziehung fast völlig—S tu d entenreise n.Zwar gab es immer Einzelne, welche wirklich schon vor mehr als einem Jahrzehnt in völliger Unbekanntheit des zu Erwartenden für kürzere oder längere Zeit hinuntergingen —. ein lebhafterer Zug hat sich diesbezüglich in der Jugend noch nicht bemerkbar gemacht. Zwar kann es nicht die Absicht dieser Zeilen sein 4es wäre auch töricht und unmöglich, — einen solchen Zug künstlich zu erwecken, nur für jene, welche die innere Notwendigkeit einer direkten Bekanntheit mit Palästina bereits für sich oder im allgemeinen empfinden, soll die Möglichkeit gezeigt werden, ihren Wunsch auszuführen.. 148