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Palästina · 1927-01-01 · Heft 12 · p. Seite 622

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 12
Article
[Rezension] / f. m.
Date
1927-01-01
Page
Seite 622 (sequence 2)
Language
German
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622 den. Von besonderem finter esse sind auch -die prozaonistischen Artikel de« AußenministersDr. Benesch4, des Exministers Just i n G ö d a r t, Präsidenten des Komitees „France-Palestine" und des Exmmisters Cot. Wedgewpod. Von zionistischer Seite enthält das Buch Beiträge vom Pro! Dr. Chajes, Dr. Leo Gold'hammer, Dt. Otto Abeles, Dr. David R o tihbilu m und Adolf B öhm. (Die Struktur dieseisi reichhaltigen Büchleins vermittelt einen Ueberblick über die ideölogischeit, politischen und ökonomischen Probleme des Palästinaaufbaues. f. m. Die Wanderungen der Hebräer im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. Von Anton Jirku, Leipzig, J. C. Hinrichsche Buchhandlung, V924 (Der Alte Orient, 24,2). — iDiie Tatsache, daß sich in der Bibel Stellen finden, *in denen sich die Namen „Hebräer" und „Israeliten44 nicht vollkommen decken (so etwa in der Völkertafel I, Mos. 10, dm Bibelspruch iLV.Mos. 24, 15—24, in 1. Sa. 13,16 und 14, 21), wurde früheT iz. B. von Böhl (,,K»anainäer und Hebräer44, 19(11), so gedeutet, daß {Hebräer der weitere Begriff sei, d. h. zwar alle Israeliten Hebräer seien, aber nicht auch umgekehrt. Jirku versucht nun in seiner Schrift den Nachweis, daß die Hebräer eün eigenes Volk gewesen seien, mit dessen letzten palästinensischen iUeberresten, den Abrahamsleuten, etwa um 1500 v. Chr. siah die Israeliten -vereinigt hätten, um erst das Volk (Israel zu bilden. Diese Hebräer glaubt Jirku nun in den zuerst 2600 v. «Chr. im südlichen Babylonien iauf tauchenden Hebräern zu erkennen, deren sich der König Naram-Sin als Söldner im Kampf gegen die (Hethiter bedient. In derselben Eigenschaft erscheinen sie dann 400 Jiahre später auf einer Urkunde des (Königs Rim^Sin von Larsa. Häufig ist dann im 2. und 3. Jahrhundert der Brauch, Mitglieder des Hebräer-Volkes als ,;N. N., der Hebräer4' zu 'bezeichnen, wie es auch mit Abraham geschieht. In der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends leisten die Hebräer wiederum den 'Königen der Hethiter Kriegsdienste; die Schwurgötterlisten der Staatsverträge, die in Boghazköij gefunden wurden, weisen wiederholt die Gottheit Habiru auf. Im 15. und 14. Jahrihundert v. Chr. aber spielen sie bei den gewaltsamen Binbruchsversnchen nach Palästina gemeinsam mit den Hethitern eine große (Rolle, was und ja schon seit den Achtzageri-ahren des vorigen Jahrhunderts durch die Auffindung der El-Amarna^Korres.pondenz bekannt ist. Jirku versetzt auch in diese Zeit die Vorgänge, die uns das rätselvolle 14. Kapitel von Bereschith berichtet, das er übrigens für uralt hält.. Und schließlich tauchen dann — nach Jirku — dieselben Hebräer als „ipwrj" im 13. (bis 11. Jahrhundert in Aegypten auf und das »in einer. Rolle und unter Bedingungen, die an den Aufenthalt der Israeliten in Aegypten erinnern. Jirkus kühne Hypothese, die die .ältesten Nachrichten über unsere Vorfahren 'bis in die erste Hälfte: des-3. ^Jahrtausends v. Chr. zurückdatieren möchte, 'krankt aber daran, daß schon frühzeitig, jetzt aber, energisch von Böhl, Dhorme und .Landsberger, Zweifel an der Gleichsetzung von Habiru und ilwrim erhoben wurden, daß ferner die ältesten Urkunden durchaus nicht so eindeutig lesbar sind und daß schließlich auch nicht die leiseste iSipur eines Territoriums aufzufinden ist, aus dem diese unerschöpflichen Söldnerscharen v strömen sollten: Daher (vermutet Julius Lewy („Orient. Literaturzeitung4" 30, p. 743), daß Habiru nicht ein Voilksname, sondern ein Gattungsname sei, der die „Ueberschrdten'den" heiße. 'Diese Bezeichnung, ein westsemitisches oder ostkanianäisches Lehnwort, sei zunächst nur au«f westsemitische Söldner- und iHirtenscharem angewendet worden. Später habe man es auf alle »^Eindringlinge, 'Zugewanderte und Fremde44 übertragen. iLewys überaus bestechende Vermutung brächte Jirkus ganzen Hypotihesenbau zu Fall, denn dann wäre eben „Hebräer44 nicht der (Name eines Volkes, sondern die auf jede Volksgruppe anwendbare Bezeichnung. Prof. Dr. W. Stein.

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