Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Arbeitsbedingungen für Industriearbeiter in Tel-Awiw [Nachricht]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 609 (sequence 1)
- Language
- German
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609 Die Arbeitsbedingungen für Industriearbeiter m Tel-Awiw. La'üi^wiier^'-'yorii" Tel^Xwiv/er. *Arbeiterr.ai: .. äÜT<&g€Whrfen ' "Untersuchunggab es-im Frühling 1927.in Tel-Awäw 60 größere5:lriäustrieünter-; nehm<ungen,: die 1051 »jüdische- Lohnarbeiter beschäftigten (Unternehmiingeri mit über sechs Arbeitern) außer den 13 größeren 'Arbeiterkoöperativen mi'f 204 Arbeitern. Die rZaihl der Indiustrie-unterhehmürfgen ist zurückgegangen;- eis gingen aber nur solche Unternehmungen^ ein, die direkt mit der Baubewegung verbunden sind. Dagegen finden wir eine Zunahme bei defl Metall-, Textil- und elektrotechnischen Unternehmungen. Was die Lohnverhältnisse betrifft, so verdienten 1927 von 812 registrierten Arbeitern 51 Prozent nur bis 15 Piaster täglich gegen 19 Prozent von 844 berücksichtigten Arbeitern anfangs 1926. 16 Prozent verdienten von 16 bis 20 Piaster (1926 10 Prozent), 7 Prozent von 21 ibis 25 Piaster (1926 13 Prozent), 7 Prozent von 26 bis 30 Piaster (1926 10 Prozent);/ 14 Prozent von 31 bis 35 Piaster (1926 25 Prozent) und 10 Prozent;von 36 .bis 80 Piaster (1926 22 Prozent). Bei 119 Arbeitern war der Verdienst unbekannt. Bei den Arbeitern, die gegen Monatslohn tätig sind, gab es nicht so große Veränderungen, aber die Zahl dieser Arbeiter ist nicht groß und beträgt insgesamt nur 140 gegen 82 im Jahre 1926. Der Prozent-, satz denjenigen, die bis äg. Pfund 5 monatlich erhalten, blieb derselbe wie 1926, nämlich 23 Prozent. Von äg. Pfund 6 bis 10 erhielten 30 Prozent (1926 42 Prozent). Dagegen hat der Prozentsatz der fachlich besser ausge-" bildeten Arbeiter, die äg. Pfund'10 bis 15 dm Monat verdienen, von 22 Prozent im Jahre 1926 auf 36 Prozent im'Jahre 1927 zugenommen/ 11 Prozent verdienen von äg. Pfand 15 bis 40 im Monat (1926 13 Prozent). Ganz anders sind die Lohnverhäl.tnisse bei den kooperativen Unternehmungen, wo gegen 51 Prozent bei der Privatindustrie nur 8,5 Prozent einen Lohn bis 15 Piaster täglich erhalten (1926 7,6 Prozent). Von 16 bis 20 Piaster verdienten 18,5 Prozent, von 21 bis 25 Piaster 19 Prozent, von 26 bis 30 Piaster 23 Prozent, von 31 bis 35 Piaster 5 Prozent, von 36 bis 45 Piaster 19,5 Prozent und von 46 bis 80 Piaster 6,5 Prozent. Die Krise hat somit ein Sanken der Arbeitslöhne bewirkt, dagegen ist aber keineswegs eine Steigerung der Arbeitszeit zu verzeichnen. Der achtstündige Arbeitstag hat sich fast überall durchgesetzt. 93 Prozent der Lohnarbeiter arbeiten acht Stunden täglich und nur 7 Prozent bis 10 Stunden. (1 ägyptischer Piaster ist zirka 21 Pfennig oder zirka " 36 österreichische Groschen. In Berücksichtigung sind auch die besonders teuren Mieten in Tel-Awiw zu ziehen. Die Red.) Oeffentliche Arbeiten in JafSa. Die Stadtgemeinde von Jaffa hat Straßenbauarbeiten in 'Höhe von Pfd. Sterl. 16.000 beschlossen. Ein Teil der hiezu nötigen Summe soll der Stadtgemeinde von Jaffa von der Palästinaregierung leihweise zur Verfügung gestellt werden. Der Hafen von Haifa. Der „El Mukatam" berichtet: Die britischen Ingenieure setzen die Vorbereitung der Pläne und die Messungen für den Hafenbau in Haifa fort; 1 Sie haben ein Bureau im Hotel Wiindsor eröffnet, wo ihnen bei der Arbeit eine größere Zahl von Technikern und Arbeitern hilft. Sie nehmen jetzt Messungen im Meere vor. Der Hafen wird nordwestlich von Haifa be^ ginnen und sich än einer Meeresilänge von 600 Metern nach Osten zu d e r - Stelle ziehen, wo der (jetzige Hafen ist. Man glaubt, daß der iHaifaer Hafen " ungefähr fünfmal so groß sein wird als der in Beirut. Die Ingenieure werden ihre r Arbeit Ende Februar beenden. Dann soll eine Konkurrenz für die Lieferung der •benötdgten'iRoihstoffevausgeschrieben werden. Im Durchschnitt sollen täglich -5000 •Kubikmeter Steine ins Meer versenkt werden»