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Palästina · 1927-01-01 · Heft 12 · p. Seite 593

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 12
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. A. Tartakower, Lodz.
Date
1927-01-01
Page
Seite 593 (sequence 2)
Language
German
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593 längen Verhandlungen über die Zusammensetzung der neuen Exekutive) hier.ausfüblen. Doch ist in dieser Beziehung ein größer Unterschied zwischen den übrigen Teilen der jüdischen Bevölkerung in Palästina, wo es kaum einen Zufriedenen über die Beschlüsse des Kongresses gibt, und der Arbeiterschaft zu kennzeichnen. Mag es auch unter den Führern der verschiedensten Institutionen der Histadruth sehr viele geben, die in erster Reine die Reduzierung ihres Ressordbudgets beklagen und die daraus entwachsenden Schäden imimer wieder -unterstreichen, die Hauptangriffe der Arbeir terschaft richten sich indessen gegen die neue Exekutive, der ihre Volksfremdheit und .mangelnde Kompetenz (nur. für Miß Szold wird hie und «La eine Ausnahme gemacht) vorgeworfen wird, sowie gegen den Charakter der vom Kongreß 'eingeschlagenen Konsolidierunigspdftik, in der eine Degradation des Zionismus als einer Volksbewegung gesehen wird. Die äußerst mangelhafte Lösung der Frage der Arbeitslosigkeit, insbesondere aber die gewaltsame Kürzung des Kolonisationsbudgets, die eine kolonisatorische Tätigkeit in den nächsten zwei Jahren fast unmöglich macht, werden als eklatante Beispiele dieser Politik angeführt. .Im Zusammenhang damit wird auch immer wieder das linke Zentrum, insbesondere aber sein deutscher Teil, dessen Einstellung in der „Jüdischen Rundschau*' ihre Abspiegelung findet, heftig angegriffen. Weizmanns' Besuch im» Lande, der fast sofort nach dem Kongreß staltfand, trug nur sehr wenig zur Besserung der Lage in dieser Beziehung bei. Mag er auch von der Arbeiterschaft so herzlich wie immer empfangen worden sein und mögen seine Zusicherungen, die bezüglich der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auf sich genommenen Verpflichtungen einhalten izu wollen, ein Gefühl der Zufriedenheit ausgelöst haben, es wird ihm doch immer wieder vorgeworfen, auf dem Altar des Idols des budgetären Gleichgewichtes den Impuls der großen Volksbewegung geopfert und keinen Weg gewiesen zu haben, der zur Lösung der inneren Krise im Zionismus führt. Indessen ist zwischen der Arbeiterschaft und der neuen Exekutive, die die vom Kongreß' beschlossene Konsolidierungspolitik rücksichtslos durchführt, zu den ersten schweren Zusammenstößen gekommen. Bereits bei der Frage der Auszahlung von Unterstützungsigelderin für die Arbeitslosen in Tel-Awiw schien die Situation ohne einen Ausweg zu sein und nur Weizmanns Eingreifen ist eine provisorische Lösung zu verdanken. Schwer kompliziert sich auch die Frage des Abbaues der Arbeitslosigkeit, da die Unterhandlungen! angesichts der Stellungnahme der Exekutive immer wieder auf einem toten Punkt stecken bleiben. Die Differenzen izwischen der Exekutive und der Arbeiterschaft vergrößern sich von Tag zu Tag, und. heftige Kämpfe sind in der nächsten Zukunft leider nicht ausgeschlossen. 2. Das Konsolidierungsbudget und die Kulturarbeit der Histadruth. Die unendlich schwere Lage, in die das ganze »jüdische Schulwesen im Lande durch die vom Kongreß beschlossene Reduzierung des Beitrages der Zionistischen Organisation von 78.000 auf 53.000 Pfund Sterling geraten und vom der bis nun trotz wochenlangen Unterhandlungen und Beratungen kein Ausweg gefunden worden ist, hat naturgemäß auch die rege- Kulturarbeit der Histudrath, die an dieser Stelle bereits geschildert worden ist (siehe Rubrik: Arbeiterbewegung in Nr. 4 bis 5 dieses Jahrganges), sehr empfindlich beeinflußt. Die Krise setzte hier noch früher als im allgemeinen Schulweseni ein, da der (Beitrag der Zionistischen Organisation für die Kulturarbeit der .Histadruth bereits im zweiten Halbjahr 1927 nicht zur Auszahlung gelangt ist. So. ist denn (die Schuldenlast der Kulturkommission der Histadruth, der „Waadat-Tarbuth", insbesondere der Lehrerschaft gegenüber, stark angewachsen, was die innere Arbeit bedeutend erschwert.. Diese materiellen -Schwierigkeiten, die die Lehrerschaft der Histadruth seit langer Zeit empfindlicher als die übrige Lehrerschaft zu. fühlen hat, komplizieren sich noch mehr euerseits angesucht der Tatsache, daß diese Leh-

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