Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Jubiläumsrückschau
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 572 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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572 gesichts ihrer allgemein anerkannten positiven Leistungen noch über genügend Reserven und nicht erschöpfte -Möglichkeiten verfügt, als daß sie wegen einer vorübergehenden Stockung dem Pessimismus verfallen müßte. Diese wird bald überwunden sein und der Weg dann weiter aufwärts gehen. Palästinensische Düngungsfragen. Von Agronom Hermann Hirsch,-dat. Toulon. Dieser Artikel ist dem von uns att anderer Steile angezeigten «Buche des Autors entnommen', Die Red. j; Mit zunehmender Intensivierung der palästinensischen Bodenkultur, . wie ...Erschließung neuer Böden «durch Bewässerung, Ausbreitung von intensiven, Kulturen — wie Gemüse ünd ändere Hackfrüchte — und Neuanlagen von intensiven Orangen- und BananenfxElanzungen, erhebt sich vor uns immer drohender die Frage: Wo nehmen wir die nötigen Düngermengen her, um 'einerseits unfruchtbare Böden so zu verbessern, daß sie hohe und 'sichere Erträge ©eben, und andererseits guten Böden ihre Fruchtbarkeit \m erhallten und -sie nicht zu erschöpfen? Dieses Problem ist erheblich wichtiger für 'die gesamte landwirtschaftliche Kolonisation, als vielleicht im allgemeinen angenommen wird, und man beginnit übrigens auch schon in Fachkreisen -sich darüber Rechnung abzulegen und nach Lösungen zu suchen. Man kommt immer mehr zu der Ueberzeugung, daß ohne entsprechende Düngung jede Bebauung des Bodens über kurz oder lang zu dessen vollständiger «Erschöpfung führen muß, wenln dies nicht schon von der arabischen Bearbeitung her der Fall ist. Chederah kann »uns dafür als warnendes Beispiel dienen. Es verfügte früher über sehr fruchtbaren Boden und erzielte ungefähr dieselben Erntemengen wie heute das benachbarte Benjamina. In den letzten Jahren ließen aber die Erträge merklich nach, was zweifellos auf mangelnde Düngung zurückzuführen ist. Rächt sich schon mangelhafte (Düngung sehr stark bei normaler Landwirtschaft, so macht sie intensive bewässerbare Kulturen auf die Dauer überhaupt unmöglich. Darum ist auch einer der Haupteinwände der Anhänger von extensiver Bewirtschaftung des Bodens geigen die Ausbreitung intensiver Kulturen der Mangel an Düngern. Das Problem des ilntensivismus ist aber 'zu vital für den4 schnellen Aufbau Pallästinas, als daß es mit solchen unbewiesenen Behauptungen abgetan werden könnte. Wenn es eben augenblicklich nicht genügend Dünger in Palästina gibt, so müssen alle Mittel in Bewegung 'gesetzt werden, der palästinensischen Bodenkultur solchen iink genügender Menge zuzuführen, denn das ist, wie gesagt, eine iLebensfrage. Aufgabe dieser Zeilen soll es nun sein, zu untersuchen, ob und wie Palästina imstande sein wird, den