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Palästina · 1938-02-01 · Heft 2 (Februar 1938) · p. Seite 91

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 2 (Februar 1938)
Article
Die Lage im Lande [Nachricht]
Date
1938-02-01
Page
Seite 91 (sequence 2)
Language
German
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auf Dörfer und kamen einigemale mit Truppen und Polizeiabteilungen ins Gefecht. Ein besonders schweres Gefecht spielte sich am 31. Jänner und 8. Februar in den Bergen von Dschenin ab. Ueber Safed und die Eisenbahnlinie Jerusalem- JatTa wurde zeitweilig der Belagerungszustand verhängt. Die Behörden nahmen 300 Verhaftungen vor, davon 200 in Dschenin. 22 Araber wurden ins Anhaltelager nach Akko gesellickt. Die Militärgerichte verurteilten drei Juden und sechs Araber zu Gefängnisstrafen,, 2 Juden und 10 Araber/ wurden zum Tode verurteilt und 7 Araber durch den Strang hingerichtet. Von diesen waren zwei durch das ordentliche Gericht verurteilt worden. Die beiden Juden wurden zu lebenslänglichem Kerker begnadigt. Der Terror der Araber forderte drei Tote und 13 Verwundete unter den Juden und vier Tote und einen Verwundeten unter den Arabern. 75 Terroristen wurden getötet und 20 verwundet. Zwei jüdische und drei arabische Polizisten wurden getötet und zwei jüdische und ein arabischer Polizist verwundet. Außerdem wurden fünf englische Soldaten durch einen Sabotageakt verletzt, zwei bei Dschenin getötet und fünf verwundet. Besonderes Aufsehen und große Anteilnahme erweckte die Ermordung des englischen Archäologen J. L. Starkey, der in der Nähe von Jerusalem in seinem Auto angehalten und dann auf der Straße von Aufständischen von hinten erschossen wurde. Seine arabischen Begleiter blieben verschont. Wie weit die Verblendung proarabischer englischer Kreise geht, die die brutale Wahrheit einfach nicht sehen wollen, zeigt eine Zuschrift von Mrs. Beatrice Steuart - Erskine an die „Times" am 18. Jänner, die in einer Würdigung Starkeys am Schlüsse behauptet, seine Ermordung wäre ein unpolitischer Raubüberfall gewesen, obwohl die Tatsache der Verschonung von Starkeys arabischen Begleitern, die von „gewöhnlichen" Räubern aus Sicherheitsgründen ohneweiteres ebenfalls ermordet worden wären, den politischen Mord beweist. (Mrs. Steuart-Erskine ist die Verfasserin des proarabischen Buches „Palestine of the Arabs", das im Jahrgang 1935, S .. . besprochen wurde.) Das neue Weißbuch der englischen Regierung hat bei Juden und Arabern die Reaktion hervorgerufen, die vorauszusehen war: Mißtrauen und Besorgnis bei den Juden, die eine Verkleinerung des Judenstaates auf den derzeitigen Umfang der jüdischen Siedlung befürchten, entschiedene Ablehnung bei den arabischen Komitees, Schweigen bei den gemäßigten Arabern, verstärktes Aufflammen des Terrors und wahrscheinlich Verhandlungen und neue Pläne aui allen Seiten. Neue jüdische Hilfspolizisten. Im Distrikt von Jerusalem wurden 850 jüdische Hilfspolizisten zur Bewachung von Straßen und Anlagen neu eingestellt. Die Anschuldigungen des Mufti gegen den Zionismus. Die Zeitung „Saut el Achrar" vom 16. Dezember 1937 veröffentlichte ein Interview, das der Mufti einem Studenten aus dem Irak gewährte. Er sagte u. a.: Die Zionisten haben schlechte Absichten gegen die Araber. Sie wollen sie nicht nur in Palästina, sondern auch in Syrien, Irak und Aegypten in eine wirtschaftliche Bedrängnis bringen. Viele jüdische und englische Politiker zeigen diese Bestrebungen schon seit längerer Zeit. Bei der Begegnung der arabischen Delegation mit Mus.'i Kasim Pascha an der Spitze, mit einem Mr. Bennett, einem prozionistisch ge-

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