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Palästina · 1938-01-01 · Heft 1 (Januar 1938) · p. Seite 49

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 1 (Januar 1938)
Article
[Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 49 (sequence 2)
Language
German
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leinischen FTau und deren Vordringen «zu einem selbständigen, freieren Denken beleuchtet werden, schafft hier eine wichtige Sammlung statistischen Materials, die für jeden, der sich über die arabische Entwicklung und die sozialen Probleme der Emanzipation des Ostens informieren will, von großer Wichtigkeit ist. Daß die unaufhaltsame Emanzipation der moslemischen Frau immer mehr dem Einfluß fremder humanitärer und geistiger Kräfte entzogen und völlig den Forderungen nationalen Erwachens eingeordnet wird, betont Ruth Woodsmall an verschiedenen Stellen. Es wäre aber gerade in diesem Zusammenhang aufschlußreich und wichtig gewesen, die Hintergründe dieses Umschwunges aufzudecken und seine Ziele zu beleuchten. Die Kapitel über Erziehung, Fürsorge- und Sanitätswesen und die übersichtliche vergleichende Statistik der verschiedenen orientalischen Länder gehören zu den besten Abschnitten des Buches. Die Verfasserin ist hier auf ihrem eigensten Gebiet und was sie sagt, ist lebendig und anschaulich dargestellt. Diesem persönlichen Erleben und Einleben muß auch ein — sagen wir — etwas amerikanischer Optimismus zugute gehalten werden, der gesellschaftliche Beziehungen und individuelle Formulierungen einzelner leitender Frauen zu überschätzen geneigt ist. In den wenigen Stellen, die Palästina und die arabische Frauenbewegung dort betreffen, ist das Fehlen selbstfindiger Kritik bedauerlich. Der reaktionäre Konservatismus der moslemischen Frau in Palästina wird als Gegenbewegung gegen das auflösende Eindringen des Zionismus charakterisiert und diesem stummen und andauernden Protest gegen die jüdische Gegenwart werden die beiden stürmischen Kundgebungen palästinensischer Frauen gegen die weitere Einwanderung der Juden vor dem Hochkommissär 1929 und vor der christlichen Araber - Kirche 1934 als Beweis politischen Erwachens der palästinensischen Frau an die Seite gestellt. Aber wer palästinensische und orientalische Verhältnisse überhaupt kennt, wird kaum glauben, daß die palästinensischen Frauen in eigenster Sache hier aus eigenstem Antrieb gehandelt hätten! Wird doch an anderer Stelle des Buches der Konservatismus Jerusalems und sein Feschalten an den islamischen Geboten als notwendige Manifestation des religiösen Fanatismus, als Willen des Mufti gekennzeichnet! Ein Gegensatz zwischen religiösem Zentrum und modernem Forschritt, wie er in kleinerem Maße z. IV auch zwischen Damaskus und Aleppo deutlich wird. Der Abgrund zwischen Tradition und Fortschritt kann freilich durch die Heftigkeit moderner Umwälzungen noch vertieft werden. Es ist kein Zweifel, daß das Eindringen westlicher Lebensformen und die ungehemmte Entfaltung neuer Bedürfnisse gerade in Palästina für das Zueinanderfinden der Völker unheilvolle Schwierigkeiten brachte. Wenn die Verfasserin in dem Kapitel über das Sanitätswesen berichtet, daß Palästina mit seinen Einrichtungen für Kinder- und Mütter-Fürsorge an der Spitze aller Länder des Nahen Ostens steht, obwohl vor 1921 keinerlei Institutionen dieser Art dort zu finden waren, so sollte man doch annehmen, daß hier der Einfluß der zionistischen Arbeit im positiven Sinn zumindest ebenso bejaht wird, wie er in dem weiter oben zitierten Zusammenhang bedauert wurde. Es kann der Verfasserin, die Schulen und Spitäler in Jaffa und Ramien, in Nablus und Jerusalem besuchte, nicht entgangen sein, wie das jüdische Aufbauwerk die Befreiung der jemenitischen Mutter, die auf derselben tiefen Stufe steht wie die ärmste arabische Frau, zu ihrer Pflicht gemacht hat und in welchem Maße dies z. B. durch die Kinder-Tagesheime der Frau Dr. Maja Rosenberg und die

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