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Palästina · 1938-01-01 · Heft 1 (Januar 1938) · p. Seite 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 1 (Januar 1938)
Article
[Rezension] / ad. bm.
Date
1938-01-01
Page
Seite 47 (sequence 2)
Language
German
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nicht mehr im Amt, sie waren überdies Vollstrecker der Befehle der englischen Verwaltung und nicht jener der Z:onisten, mit denen sie sogar in Konflikt gekommen sind. Der einzige höhere jüdische Beamte in der ganzen Verwaltung ist heute Edwin Samuel, von dem niemand behaupten kann, er sei nicht ein loyaler Beamter Englands. Staatliche „Bodenorganisationenlt gibt es in Palästina nicht, die Juden haben nur ihre eigenen Bodenkaufs Institute, die für sehr teures Geld bis heute noch nicht einmal ein Siebentel der Kulturfläche des Landes kaufen konnten. Auch die Bemerkung, daß die Einnahmen der Fonds immer mehr abnehmen (S. 305) ist nieht richtig, das Gegenteil ist der Fall, wie die in dieser Zeitschrift fortlaufend mitgeteilten Ziffern beweisen. Der KKL hat sogar im vorigen Jahr die höchste Einnahme seit seinem Bestand (1901) erreicht. Daß den Juden der gute Wille zur Verständigung mit den Arabern fehle (S. 305), ist ebenfalls eine durch nichts gerechtfertigte Behauptung. Leider ist das Kapitel übsr Palästina auch sehr kurz geraten. Obzwar davs- Buch 1933 geschrieben ist, behandelt es nur den staatsrechtlichen Status des Landes und berührt nicht einmal die Gesetzgebung ab 1922, geschweige denn die bisherige Entwicklung des Nationalheims. Es ist betrübend zu sehen, daß in einem so ruhig und wissenschaftlich geschriebenen Werk völlig unrichtige Informationen über das jüdische Nationalheim übernommen werden. Im übrigen ist die Fülle des Materials, die in diesem Buche ausgebreitet wird, eine außerordentliche. Signor Giannini sagt zum Schlüsse, daß auch für den Orient die Stunde der Nationalität als Staatsprinzip gekommen sei (S. 409) — was last mit denselben Worten schon 1919 der Arabist Richard Hartmann (in: „Die arabische Frage und das türkische Reich1*) gesagt hatte: „Das Zeitalter des ausgeprägten Nationalbewußtseins ist also auch für den arabischen Orient angebrochen." Signor Giannini übersieht dabei nicht, daß das Nationalitatenprinzip nicht nur nicht voll zum Durchbruch kam — Armenier, Kurden, Chaldäe*r erhielten keine nationale Autonomie — sondern daß auch in den neugeschaffenen Nationalstaaten des Nahen Ostens zahlreiche nicht homogene Gruppen eingesprengt sind. Gerade jetzt sind infolgedessen in den neuen Staaten, die übrigens auch wirtschaftlich und sozial schwach sind, Konflikte ausgebrochen. ad. bm. Irak. A Study in Political Development. Von Philipp \\ i l a r d 1 r e 1 a n d, Mit 4 AM^ld1111^0" uri(l 3 Karten, Verlag Jonathan Cape, London 1937, S. 510. -~ Dieses W erk ist das erste, das nicht nur aus der Literatur, sondern auch aus publizierten und nicht veröffentlichten Dokumenten (einschl. der arabischen) schöpfend, eine politische Geschichte der Staatswerdung des Irak gibt. Es ist von höchstem wissenschaftlichen Standard und mit bewunderungswürdiger staatsmännischer Einsicht geschrieben. Wir erhalten ein klares Bild der Kräfte und Gegenkräfte, die bei Schaffung dieses Staates gewirkt haben, wie ül>er die Probleme, die er zu bewältigen hat; wir lernen daraus besonders viel über die Kunst der britischen Prokonsuln und Fachleute, unter den schwierigsten Umständen sowohl die Entwicklung des betreflenden Landes zu fördern, als auch die britischen Interessen dabei zu wahren. Insbesondere bewundert man wie stets die überragende Gestalt von Sir Percy Cox. Wenn man wieder einmal liest, wie dieser von den Arabern verehrte Mann in einem kritischen Moment, als die extremen Nationalisten, von König Feisal unterstützt, gegen das Mandat

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