Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 11-12
- Article
- Ottoman-Bank [Nachricht]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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nahmen der Türkischen Tabak-Regiegesellschaft stellten sich höher als im Vorjahre. Die ungünstigen Ernteverhältnisse mussten natürlich auch in den Einnahmen der Eisenbahnen zum Ausdruck kommen. Schliesslich genehmigte die Generalversammlung die Auszahlung einer Dividende von i8 sh. für die Aktie. AUS DER SCHULWELT Ueber Schulgärten schreibt Dr. K. Floericke in der bekannten naturkundlichen Monatsschrift KOSMOS die beherzigenswerten Worte: Vor allem gilt es, auch in den Kindern die schlummernde Liebe?um Garten zu erwecken und in die richtigen Bahnen zu leiten, und das kann nicht besser geschehen, als durch ausgedehnte Anlage und Benützung von Schulgärten. Leider hat diese hochaktuelle Frage, die das wärmste Interesse aller Bevölkerungskreise verdient, noch keine bebefriedigende Lösung gefunden, obgleich die beteiligten Kurse sich längst darüber einig sind, dass die Schulgärten jedenfalls ein wichtiges, vielleicht sogar ein unentbehrliches Hilfsmittel für den naturwissenschaftlichen Unterricht darstellen, der ja für eine nahe Zukunft endlich der bedeutungsvollste zu werden verspricht. Den nut allzu oft verloren gegangenen Sinn für veredelnden Naturgenuss kann gerade der Schulgarten wieder ins Leben rufen, so dass ihm eine hohe erzieherische Bedeutung nicht abgesprochen werden kann. Dazu kommt die hauswirtschaftlich-praktische, die zeichnerische, und — - auch der Lehrer kann im Schulgarten noch viel lernen, gehört er doch oft noch der Generation an, die, soweit sie in den Grosstädten herangebildet wurde, nicht eine Roggenvon einer Gerstenähre unterscheiden konnte. Vor allem müssen die grösseren Kinder auch zu den leichteren Arbeiten im Garten herangezogen werden, dann kommt ihnen das Verständnis für die Pflanzenphysiologie ganz von selbst. In meinen Jugendjahren hatten wir es nicht so gut, und der ganze botanische Unterricht beschränkte sich auf eine abschreckend langweilige Einpaukung des Systems. Was hätten wir darum gegeben, in freier Natur mit der Pflanze selbst vertraut werden zu dürfen, sie — lieben zu lernen! Waldschulen, Ferienkolonien, Schulvivarien und Schulgärten — auch in den dumpfen Schulstuben beginnt es sich dank dem fortschrittlichen Sinne unserer Lehrerschaft zu regen und zu keimen, und der erfrischende Hauch freier Naturforschung bläst lustig durch den alten Moderduft — zum Heile der kommenden Geschlechter! Wir geben diese Aeusserung deshalb wieder, weil wir Juden in langen, bangen Jahrhunderten der Natur völlig entbehren mussten und weil wir auf die Wichtigkeit von Schulgärten für unsere palästinischen Schulen besonders dringlich hinweisen wollen. 1 gg gg M UMSCHAU gg gg gg | Rabbiner Dr. Emil Levy, Berlin, ist von seiner Palästinareise hochbefriedigt zurückgekehrt. 226