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Palästina · 1908-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 221

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 11-12
Article
Vom Frauenverband
Date
1908-01-01
Page
Seite 221 (sequence 1)
Language
German
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Vom Frauenverband. Die Tätigkeit des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina erstreckte sich bisher nur auf die Krankenpflege, da die Gründung von Haushaltungsschulen etc. grosse Geldmittel verlangen, die der Verband leider noch nicht besitzt. Es gelang dem Verein, in Fräulein Tempel, mann eine tüchtige, in Deutschland ausgebildete und schon in Palästina tätig gewesene Krankenschwester zu gewinnen, die zuerst mit der Gemeindepflege in Jaffa betraut wurde. Es kamen zwar viele Patienten, meist Augenkranke zur Schwester und Hessen sich bei ihr in der Poliklinik, die sich zuerst in der Apotheke, später im Krankenhaus befand, behandeln; aber die Zeit der Pflegerin wurde hierdurch nicht genügend ausgefüllt. So trat denn der Verband mit dem jüdischen Krankenhaus in Jaffa in Unterhandlung, welches drei Monate lang geschlossen werden sollte, da ihm keine Mittel mehr zur Verfügung standen; auch sonst befand es sich in einem geradezu kläglichen Zustande. Frau Dr. Thon schrieb uns seinerzeit darüber: „Man hat hier keine Ahnung, wie ein Krankenhaus aussehen soll und in Europa sicherlich keine Ahnung wie es aussehen kann." Es fehlten die wichtigsten Dinge, wie Wäsche und Kochgeschirr etc. Für 20 Patienten und das Personal waren nur neun Essnäpfe, ein halbes Dutzend Gläser und kein Besteck vorhanden. Der Verband schaffte alles erforderliche an und übergab der Schwester Tempelmann die Leitung des Krankenhauses; ausserdem wird sie ihre Poliklinik im Krankenhaus weiter betreiben. Der Verband hofft so eine kleine aber sehr notwendige und segensreiche Arbeit in Palästina zu leisten. Mit wenig Mitteln konnte er etwas wirklich gutes und notwendiges schaffen — wie viel grösser und segensreicher könnte das Werk werden, wenn erst alle Jüdinnen, die dazu in der Lage sind, dem Verband mit Rat und Tat beiständen. Wir hoffen, dass jetzt wo der Anfang geschaffen ist und der Verband die wichtige und paktische Arbeit begonnen hat, alle Freundinnen unserer Sache sich bemühen werden, für uns zu arbeiten und neue Mitglieder zu werben. Der Buchhändler Ludwig Mayer aus Pienzlau, eine in jungjüdischen Kreisen nicht unbekannte Persönlichkeit, wird dieser Tage in Jerusalem eine europäische Buchhandluug eröffnen. Herr Rabb. Dr. Wiesel soll, wie wir hören, voraussichtlich sich an dem Unternehmen beteiligen. Damit erhält auch unsere Zeitschrift eine buchhändlerische Vertretung in Palästina. Einemoderne Buchhandlnng war schon lange ein Bedürfnis für Jerusalem. Hoffentlich nehmen sich die grossen Institute, Schulen, Krankenhäuser etc, die bisher sich ihre Bücher direkt aus Europa kommen lassen mussten, bald dieser Buchhandlung an, damit dieselbe leichter auf Kommen kann. Die Zeitschrift Palästina kann durch dieselbe bezogen werden und auch Inserate u. dergl. werden durch besonderes Entgegenkommen der Herren dortselbst angenommen. AUS DEN HAUPTSTÄDTEN Jerusalem. 221

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