Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 11-12
- Article
- Systematische Palästinaarbeit
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 2)
- Language
- German
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nicht alle Juden reich und nicht alle reichen Juden Wissotzky's Palästinawerte werden an der Börse noch nicht hoch gehandelt Es dreht sich aber jetzt darum, ob ein würdiges Institut errichtet werden kann, das dem Jufdentum in Palästina einen Namen macht — nicht nur deshalb, weil es alljährlich Klagebriefe in die Welt setzt — weil dort, wie der bedeutende Hebraist und Philosoph Achad Haam, wie es Dr. Schm. Lewin u. a. versprochen haben, grosse Juden lehren werden; kurz ob eine Kulturstätte geschaffen, die sich zum wirklichen Zjentrum für die geistigen Renaissancebestrebungen des jüdische|n Volkes entwickelt oder ob — mangels grösserer Mittel — eine kleine technische Schule für die palästinensischen Juden gebaut wird. Denn an dem wollen wir festhalten und darin wissen wir uns auch eins mit weiten Kreisen der Palästinafreunde. Eine Musterschule, eine dem Lande unserer Väter würdige Kulturstätte muss es werden. Nun ist aber so die bange Frage: kann der Hilfsverein die grosse Summe allein aufbringen? Wird er eine Hochschule erhalten können? Dazu gehören grosse Fonds, damit nicht jährlich das Sammeln wird nötig sein. Dabei erinnern wir uns einer Schöpfung Warburg's, die zu einem ähnlichen Ziele strebt. Mit Hilfe der Erträgnisse weiter Oelbaumwälder will die zionistische Bewegung eine Hochschule unterhalten. Von den geplanten 100 000 Bäumen sind 10—15 000 schon gesetzt, wird täglich für die weiteren gesammelt. Schon die bestehenden Pflanzungen repräsentieren, wenn wir den Berechnungen des Vaters dieser Institution, H. Prof. Warburg, folgen, ein nettes Erträgnis, ein jährliches Nettoeinkommen von 39 000 Francs bei 13 000 Bäumen (allerdings erst vom 15. Jahre ab, vorher weniger). *) Wir wollen uns bei dieser Berechnung nicht sklavisch an die Mark halten, umso weniger, als bei der Beliebtheit der Oelbaumspendenweitere Pflanzungen mit weiteren Jahresrevenuen folgen müssen. Also dies Geld soll eine Hochschule erhalten. Tow. Aber doch nicht eine solche in Jerusalem, wenn eine andere in Haifa gebaut wird. Das kleine Land, die geringe Zahl der Juden, an deren Bodenständigmachung mit mehr Eifer unfcl stärkeren Mitteln zu arbeiten ist, braucht viel, sehr viel Geld für diese und weitere Zwecke. Das Bedürfnis des Tages ist mit der Errichtung einer technischen Hochschule behoben, der Hilfsverein und *) Würden alle heute dem jüdischen Nationalfond gehörenden Lände- Teien mit Oelbäumen bepflanzt, so würde das genügen, um eine Hochschule zu erhalten«. (Altneuland I. S. 66) 203