Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Anglo-Palestine Comp. [Nachricht]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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wird. Man hofft auch, dass die Bank jetzt den Exporthandel des Getreides der galiläischen 'Kolonien übernehmen wird, und dass auf diese Weise grosse Summen für die Ackerbauer würden erspart werden können. Wie auch diese Hoffnungen schon in nächster Zukunft sich bestätigen werden, jedenfalls wird die neue Filiale grossen Nutzen der Kolonisation in Galiläa und in Haifa bringen. Die Eisenbahnzüge von Haifa nach Damaskus verkehren nunmehr jeden Tag (anstatt dreimal in der Woche wie bis jetzt) in beiden Richtungen. Das wird ebenfalls für die Entwicklung Galiläas von grosser Bedeutung sein. Jaffa. Aus der arabischen Presse Palästinas. Die arabische Halbmonatsschrift „El-Asmaji" in Jaffa (s. oben) bespricht die Frage der Hebung des arabischen Bauernstandes in Palästina. Manche Auseinandersetzungen des Blattes werden auch für die Leser von „Palästina'' von Interesse sein. Der Autor schildert zunächst den Verfall und die extreme Armut der Fellachen. Es wird eine Parallele zwischen den arabischen und jüdischen Dörfern gezogen. „Steht da ein giosses Dorf mit einer Bevölkerung von loo Seelen, das 20,000 Duman Land hat, die grösstenteils unbearbeitet bleiben; das Dorf ist schmutzig, die Einwohner sind ausserordentlich arm, in Schulden versunken und von bedeutenden rückständigen Regierungssteuem belastet. Und nebenbei — eine kleine Kolonie von eingewanderten Fremden, ebenso mit 100 Seelen und nur mit 2000 Duman Land; und seht da die kultivierten Felder, die prächtigen Plantagen, die schönen, gedeckten Häuiser usw. Die Kolonisten, die reinlich und städtisch gekleidet sind, wohnen in guten Häusern, zahlen regelmässig die Regierungssteuern und sparen noch sogar Geld bei ihren Banken in der < Stadt, um dafür den. Boden des benachbarten armen grossen Dorfes aufzukaufen." Die Ursachen dieser kläglichen Lage der Fellachenbevölkerung findet der Autor in der grossen Unwissenheit und Ignoranz des Bauernstandes, in dem Mangel an rationellen Methoden der Agrikultur. Dem soll durch Einführung allgemeiner Bildung abgeholfen werden, und besonders durch Gründung einer Reihe von landwirtschaftlichen Schulen. Ausserdem müsste der Bodenbesitz innerhalb der Dorfgemeinde reguliert werden, namentlich, anstatt des jetzigen gemeinschaftlichen Besitzes des Landes durch die ganze Gemeinde soll das Land „mafruziert", d. h. an die einzelnen Bauernfamilien verteilt werden. Dann würde jeder Fellache Interesse haben seinen Boden zu bebauen und rationell zu bearbeiten; sodann würden die Bodenbesitzer auch den Kredit seitens der ottomanischen Ar>rosbank benutzen können, der nur an wirkliche Besitzer mafruzierten Bodens gewährt wird. Tiberias. Vor einigen Wochen vereinigten sich hier mehrere aschkenasische Juden, um! ^ausserhalb der Stadtmauer Häuser zu erbauen. Bekanntlich war dies bis jetzt nicht erlaubt, weshalb die Innenstadt überfüllt, eng und schmutzig war und zahlreiche Krankheiten ausbrachen. Vot einigen Jahren hat die Cholera hier viel mehr Opfer gefordert als irgendwosonst, und bei einer Pockenepidemie sind fast 300 Kinder umgekommen. 197