Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Lage der jüdischen Handwerker [Nachricht]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
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Lage der jüdischen Handwerker. Jüdischer Handwerker gibt es nur wenige in Haifa und grösstenteils arme. Die meisten sind Schuster, Schmiede und Matratzenmacher, alle übrigen sind Schuhflicker, die in den Strassen den Arabern ihre Schuhe reparieren, wodurch sie täglich von 0,50 bis 1 Franken verdienen und damit ihre Familie zu ernähren haben. Jüdische Institutionen. Wir besitzen eine kleine „Bikur Cholim" (Krankenpflege), welche jährlich mit 500 Franken vom Baron- Rothschild subventioniert wird, und den Rest von den besseren jüdischen Einwohnern in monatlichen Raten erhält. Dafür werden arme Kranke Sefardim und Aschkenasim unentgeltlich von einem Arzte behandelt, und erhalten auch Arzneien frei. Jüdische Schulen. Wir haben hier 2 Schulen der Alliance Israelite Universelle, von denen die eine 200 Knaben unterrichtet und die andere ca. 160 Mädchen. Der Hilfsverein der Deutschen Juden hat im Jahre 1907 einen Kindergarten gegründet, der jetzt über 65 Zöglinge zählt, welche nur in Hebräisch unterrichtet werden. Krankheiten. Haifa ist eine der Städte Palästinas, welche ein sehr gutes Klima besitzt, seine Einwohner erfreuen sich daher einer guten Gesundheit. Jüdischer Gemeindevorstand. Haifa ist die erste Stadt Palästinas, wo die Aschkenasim und Sefardim nur eine Gemeinde bilden, welche zusammen für das Wohl der ganzen jüdischen Bevölkerung arbeitet. Wir haben hier ein gemischtes Komitee, d. h. Vertreter der Aschkenasim und Sefardim. Die Rabbiner der Aschkenasim und Sefardim sind auch immer einig. Verhältnis zu den türkischen Behörden. Das Verhältnis der hiesigen Behörden zu der jüdischen Gemeinde ist freundlich. Hafenbau in Haifa. Das lange Ersehnte soll nun endlich Ereinis werden. Die Vorarbeiten für den Bau eines Hafens haben jetzt begonnen; Unternehmer des Baues sind ein sefardischer Jude und ein Araber. Es ist jetzt sicher, dass das vom Hilfsverein der Deutschen Juden geplante Technikum seinen Sitz in Haifa haben wird. Das Terrain für das Gebäude ist bereits gekauft. Es ist ein grosses, in ausgezeichneter hoher Lage gelegenes Plateau, von dem man eine herrliche Aussicht auf die Stadt und die Bucht von Haifa und die dieselben begrenzenden Höhenzüge hat. Das Terrain liegt oberhalb des einem französischen Kloster gehörigen grossen Platzes. Es ist nur wenige Minuten von dem Platze entfernt, den die Häuserbaugesellschaft „Agudath Achim" gekauft hat, und auf dem sie zunächst 12 Häuser errichten will. Jetzt ist auf diesem Terrain mit dem Bau eines Brunnens begonnen worden. Der Bau der Häuser soll spätestens im Frühjahr 1909 erfolgen. Dieser Tage eröffnete die Agentur der Anglo-Palestine Comp, in Haifa, ihre Tore; mit der Leitung (der Agentur ist Herr Kaiserman aus Jaffa betraut worden. Die jüdischen Kolonien von Galiläa hegen, grosse Hoffnungen auf das neue Institut, das ihnen das Kreditwesen regulieren und die Entwicklung zu kooperativen Leihgenossenschaften in den Kolonien erleichtem 196