Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die kolonisatorische Arbeit in Palästina
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Pastor 0. Eberhard, Kotelow: Die kolonisatorische Arbeit in Palästina so schreibt der seit Jahrzehnten im Lande ansässige Direktor des Syrischen Waisenhauses bei Jerusalem,.T>. Theodor Schneller in der Augustnummer seines „Boten aus Zion", schreitet in allen Stücken weiter voran und zwar von deutscher und besonders auch von jüdischer Seite. Nachdem über die deutschen Niederlassungen berichtet ist, heisst es weiter: „Auch vonseiten der Juden wird unermüdlich gearbeitet. Das Drittel des Birsalomer Gutes, das wir Herbst 1906 anher abtreten mussten, ist bereits zur Besiedelung von kaukasischen Juden in Angriff genommen. Sie leben in der primitivsten Weise in ganz dürftigen Hütten, zunächst ohne auch nur eigenes Wasser zu haben; aber sie haben Pflanzungen angelegt, die, wenn sie auch in vielen Punkten den Mangel an Erfahrungen in der hiesigen Landwirtschaft verraten, wohl mit der Zeit lohnende Erträgnisse abwerfen werden. Im übrigen hört man nichts von der Anlegung neuer Kolonien. Wer da kommt, um sich in Palästina als Landwirt niederzulassen, schliesst sich eben an schon bestehende an. solche gibt es fast in allen Teilen des Westjordanlandes, am meisten in der Gegend von Jaffa, aber auch in Galiläa, bei Haifa und in der Nähe des Meromsees. Sie sind überall rüstig bei der Arbeit, um ihre landwirtschaftlichen Anlagen emporzubringen. Es werden keine Mühen und Ausgaben gescheut, um wirklich schönes herzustellen. Früher legten sie sich in erster Linie auf den Weinbau. Das lohnte sich schlecht, darum wurden viele Weingärten in Gärten mit anderen Fruchtbäumen umgewandelt. Indess ist auch, wie man hört, ihr Weinhandel in besseren Fluss gekommen; sie haben offenbar Mittel und Wege gefunden, um die grossen Mengen Wein, die sie alle Jahre produzieren, auch abzusetzen. Neuerdings legen sie sich an geeigneten Stellen mehr als früher auf Orangenpflanzungen, vor allem in ihrer Kolonie Mlabbas (?), nahe bei dem alten Antipatris. Da begegnet man einer Menge ganz junger Anlagen in gesundem Wachstum. An demselben Ort versuchen sie es auch mit anderem Obst. Ein grosser Unternehmer hat sich junge europäische Obstbäume, besonders Birnen und Aepfel, aus Marseille kommen lassen und ein grosses Gebiet damit angelegt neben dem Nahr er odscha, aus dem in der Stunde 150 cbm Wasser zur Bewässerung geschöpft werden. Gelingt dieser Versuch, so werden sicher viele ähnliche Pflanzungen entstehen, und wird vieles von dem Obst, das gegenwärtig in grossen Quantitäten von auswärts eingeführt wird, im Land selbst gewonnen werden können. * * 187