Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Petach Tikwah [Nachricht]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 1× ep/1000834
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hat bewirkt, dass die Kolonisten in diesem Jahre wenig oder gar keine neuen Orangen-Pflanzungen angelegt haben. Ausserdem wurde der Kredit, der in früheren Jahren seitens vieler Kapitalisten für die Orangenpflanzungen gern gewährt wurde, zurückgezogen und viele Kolonisten haben daher Schwierigkeiten, 'die ^grossen Unterhaltungskosten der von ihnen in den letzten Jahren angelegten Orangenpflanzungen zu bestreiten. Man hofft von anderer Seite Kredit zu erhalten und hat sich zu diesem Zwecke an einige grosse Institute nach Europa gewandt. Die Ernteaussichten für die nächste Orangenernte sind bisher befriedigend. Die Bäumchen sind durchwegs gut bestockt. Der Anbau von Baumwolle in Petach Tikwah ist im letzten Jahre schon in ziemlich erheblichem Umfange betrieben worden. Die Baumwollpflanzungen scheinen gut zu gedeihen und es ist wahrscheinlich, dass sie dauernd in die in den jüdischen Kolonien erzeugten Bodenprodukte aufgenommen werden. Ueber den Stand dtr Kolonie „Chedera" berichtet der „Verein zur Unterstützung jüdischer Ackerbauer und Handwerker in Syrien und Palästina" mit dem Sitz in Odessa: „Der Stand ist in diesem Jahre weitaus besser als im Vorjahre. Auch in der Ausdehnung der Parkanlagen und Fruchtbaumpflanzungen ist die Ansiedlung weit voraus in diesem Jahre. Die einzelnen Verbände haben in diesem Jahre viele Gärten angelegt und hoffen, dass im Laufe der Zeit die Ansiedlung sich durch neue Anpflanzungen erweitern wird und auch die. Zahl der Insassen sich vergrössern wird; dies hauptsächlich durch sanitäre Verbesserungen. Würde nicht das gelbe Fieber zeitweise hier auftreten, wären die Bewohner C hedera's nach ihrer Ansicht die glücklichsten. Was die anderen Krankheiten betrifft ist Chedra am besten daran. Die Anlegung eines neuen Brunnens schreitet ihrem Ende entgegen und ein aufzustellender Motor soll die Herbeischaffung des Wassers bewerkstelligen. Man hofft, dass dies wesentlich zur sanitären Verbesserung der Verhältnisse beitragen wird, da sie anstatt Pfützenwasser jetzt klares Wasser erhalten. Die Landleute suchen jüdische Taglöhner zur Bearbeitung des Bodens: an 30 Jünglinge'könnten dort ständige Arbeit finden. Es kommen auch zeitweise etliche hin, bleiben aber aus Furcht vor Krankheit nicht lange dort. Im Winter, während der Regenzeit, kann man dort ebne Angst wohnen, denn die Gefahr der Krankheit besteht nur im Spätsommer. Diejenigen, welche dort ständig arbeiten wollten, müssten schon Anfangs Winter dort sein, um sich zu akklimatisieren; dann könnten sie auch im Sommer ruhig dort sein. Jetzt ist die Zahl der Taglöhner sehr gering und sind solche nur in „Chefziboh" und in „Ogan Scheumel" zu finden; die letzteren sind aber sehr zufrieden. Sie bekommen monatlich 20 Francs und Kost und Logis und werden wie die Hausleute behandelt. In der Umgebung wäre geeigneter Boden noch käuflich zu erwerben, sowohl für Parkanlagen als auch für Getreidefelder. Der Preis ist ca. 20 Francs per Dunam. 137