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Palästina · 1908-01-01 · Heft 7 · p. Seite 136

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 7
Article
Die Juden in Bagdad [Nachricht]
Date
1908-01-01
Page
Seite 136 (sequence 2)
Language
German
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sich dadurch. Ein Jude Namens David Sassun verliess 1837 infolge eines Zwistes mit seinem Chef Bagdad, machte in Buschir und später in Bombay einen Laden auf und brachte es schliesslich zur Gründung eines angesehenen Handelshauses in London. In neuerer Zeit erlangte der Jude Daniel Menahem einen grossen Einfluss in Bagdad; er wurde mit seinem Getreidehandel zum reichsten Grundbesitzer des Landes. Die ganze Judengemeinde warf sich nach Befreiung mit Eifer aufs Handelsgeschäft, und jetzt führt sie es zum grossen Teil. Ermutigt i;durch diie wiederkehrende Sicherheit, schwärmten sie in die Städte und Dörfer der Provinz aus. Das Glück Davio^ Sassuns war das Vorbild, und so haben mehrere Bagdadjuden in Manchester und Marseille Handelshäuser errichtet. Ein beständiger Abstrom findet auch nach Osten statt: die jungen Leute gehen nach Indien, nach Rangoon, Singapore, Hongkong und Schanghai. Die von der Alliance israelite in Bagdad gegründete Schule besteht seit 1865 und wird von Juden aus Bagdad, die draussen ihr Glück gerhacht haben, reich unterstützt. Ferner feibt es eine Talmud-Thora-Vorbereitungsschule, die von 1200 Kindern besucht wird. Obwohl nun die Bagdadjuden sich in der Welt umsehen, verhalten sie sich dennoch äusseren Einflüssen gegenüber ablehnend. Sie tragen noch lange Kleider und einen besonderen Turban mit farbigen Mustern. Die Frauen gehen stets in den Izaro eingehüllt, das Gesicht durch einen langen Schirm verborgen, aus und empfangen keine Besuche. Beirut. Die Präfektur von Beirut beabsichtigt die Lösch- und Ladearbeiten in Beirut durch den Bau eines grossen Wellenbaches vor dem Hafen zu erleichtern. AUS DEN KOLONIEN Petach Tikwab. Hier starb vor kurzem einer der Gründer der Kolonie Herr S. Stampfer. Stampfer kam vor Jahren aus Ungarn nach Palästina, von dem Wunsche beseelt, mit eigener Hand die Palästinaerde zu bearbeiten. Er liess sich in Petach-Tikwah nieder und ward infolge seiner unermüdlichen Energie und seines Zielbewusstseins bald zum Führer der Kolonie. Stampfer blieb auf seinem Posten, als die Kolonie ihre schwierigste Zeit durchmachte und man befürchten durfte, dass das ganze Unternehmen Fiasko erleiden werde. Bis in die letzte Zeit war Stampfer Präsident des Vertreterkollegiums der Kolonie. Petach Tikwah. Bekanntlich hat die Kolonie Petach-Tikwah im vorigen Jahre dadurch grossen Schaden erlitten, dass ein erheblicher Teil der Orangerie durch Winterstürme .in der Qualität beeinträchtigt wurde und den Transport nach Europa nicht aushielt. Grosse Sendungen kamen in Liverpool in verdorbenem Zustande an und waren vollständig wertlos. Infolgedessen blieben die Erträgnisse aus den Orangenpflanzungen weit hinter den Erträgnissen der früheren Jahre zurück. Dies 136

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