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Palästina · 1908-01-01 · Heft 7 · p. Seite 118

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 7
Article
Die Bergjuden
Date
1908-01-01
Page
Seite 118 (sequence 2)
Language
German
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Sie hatten sich noch weniger einleben können und kaum zwei Dutzend Familien blieben in ganz Palästina zurück. — In den Städten aber vollzog sich ein Prozess in aller Stille, der noch heute nicht in seiner Wichtigkeit richtig gewürdigt wurde. Sturm und Drang in dem Lande, woher sie ihren Beinamen haben, trieb die jemenitischen Juden in ihrer Mehrheit in das türkische Besitztum Südsyriens, wo sie heute ein ruhiges und friedliches Leben führen. Sie haben sich rasch in Jerusalem und Jaffa eingelebt und bilden das Hauptkontingent des jüdischen Bauhandwerkes, der Steinmetze, Lastenträger etc. Es ist das eine Menschenklasse, die mit ihrem Los zufrieden ist, sich rasch in Palästina einlebte. Ihre Kinder wachsen schon in der jüdischen Masse heran, gemessen die gute Schulbildung, die der Westen Palästina gebracht hat und lernen geistige Güter kennen und behalten kulturelle Anregungen, die ihren Vätern viele, viele Jahrhunderte abgingen. So wird Palästina zum Segen für die armen Jemeniten, die ohne geistige und materielle Güter ein finsteres Golus Jahrhunderte durchmachen mussten und nunmehr im Lande der Väter ihre Erneuerung feiern, aber auch sie werden zum Segen für das Land, da sie eine fleissige, zufriedene, gesunde Familie sind, die einen guten Einschlag für die Juden bilden werden. — Was diesem vertriebenen Stamme fehlt, das bringen die bucharischen Juden mit: Irdische Güter, die sie zum Ankauf von Sommervillen und Grundstücken gebrauchen. Auch ihresgleichen lebt sich rasch in Erez Israel ein und bedarf nicht so sehr der vielen Opfer und des langen Herumexperimentierens, um sich das eigene Brot zu erwerben. Das ist ein anderer Menschenschlag als der Chalukahjude des europäischen Ostens. — Aber die Allmutter Erde sah noch keine urwüchsigen, Söhne Judas. Sie harrte noch des Erlösers, der den reichen Boden rasch zu neuem Leben schlug, der mit rauher Faust weite Fluren vom dornigen Gestrüpp, von Fels und Gestein säuberte. Und nun kamen die Juden wilder Berge, vom westlichen Ciskaukasien, dem Kubangebiet, die in den vergangenen Zeiten bis in die letzten Tage mit defr Büchse und mit dem Pflug sich den Lebensunterhalt schafften, grosse, gesunde Menschen, aber doch gute Juden .... Kundschafter haben erst das Land bereist, Boten waren auf dem zionistischen Kongress und testierten, dass bei ihnen heisser Wille vorhanden sei, das Land der Verheissung zu suchen. ' '"' ( "■[ Wenn auch nicht reich, so sind es keine Paupers, die das Stadtvolk der Chalukahsitze vermehren wollen, keine Ver- 118

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