Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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könnte. Inwieweit sich dieses neuartige Prinzip in der Praxis bewähren kann, darüber wird erst die Zukunft ein Urteil ermöglichen. Die nötigen Barmittel, insoweit der bankgeschäftliche Teil sie erheischt, durch die bekannte Uebernahme von 4 Mill. Mk. neuen Palästina-Aktien zu beschaffen wären. Ich höre, dass die neuen Aktien zunächst nur soweit eingezahlt werden sollen, als die Einrichtung der Hamburger Filiale der Palästinabank es erfordert, nämlich, solange die Dispositionen sich nicht ändern, mit 25 0/0, Irgendwelche Erwerbungen aus den Händen der Seetransport-Gesellschaft hat die Bank dabei nicht vor. Bezüglich dieser ist noch daran zu erinnern, dass Fürst Hohenlohe ihr Mitbegründer war, dass der jetzige Hohenlohe- Konzern in der Bank bereits eine qualifizierte Minorität hat, und dass er vermöge dieser Minorität auf Grund vorheriger Verständigung den Verzicht der Bankverwaltung auf die kürzlich geplante Kapitalverdoppelung erreichte; der Konzern erhält also nunmehr die Bank ganz unter die Kontrolle, aber /auch wieder, wie es scheint, im Einverständnis mit den bei ihr führenden Finanzkreisen. Eine Frage wäre die, ob die Tätigkeit der Deutschen Orientbank durch das gemeinsame Vorgehen einer Schiffahrtslinie und einer Bank berührt werden könnte; soweit festzustellen,, hatte das Geschäft der Orientbank bisher einen etwas andersgearteten Charakter. Sie stand infolge der Beziehungen von Aufsichtsrat zu Aufsichtsrat in freundschaftlichen Beziehungen. „Frankfurter Zeitung." Zur Geschäftslage in der Türkei. Der in vielen Gegenden niedergegangene Regen hat den Feldfrüchten sehr wohlgetan und die Aussichten auf eine bessere Ernte als die vorjährige befestigt. Für manche Gebiete ist jedoch der Regen zu spät gekommen. Das Geschäft in /der Türkei dürfte erst in einigen Wochen die lang erwartete Belebung erfahren, bis die Bauern ihre Ernte verkauft haben, so dass die Provinzkaufleute Geld senden und neue Einkäufe machen können. — Die Banken haben für das abgelaufene Jahr gut abgeschlossen. Erst der schlechte Ernteausfall, die amerikanische Krisis und der Zusammenbruch der Firma O. Agepian legten das Geschäft lahm. Bei dem hohen Zinsfusse haben die Banken und insbesondere die kleineren Bankiers am Wechseldiskont gute Gewinne erzielt. 12 Prozent war der gewöhnliche Diskontsatz bei den Privatbankiers. Die übermässige Zurückhaltung der Banken nach Anbruch der Krise stellt sich angesichts des günstigen Jahresabschlüsse von neuem als ein schwerer Fehler dar, durch den die Krise nur verschärft worden ist. Die Banken waren um die Sicherheit ihres Kapitals besorgt und setllten dadurch die Forderungen der europäischen Gläubiger aufs Spiel. Mancher Fabrikant würde sein Geld nicht verloren haben, wenn die Banken seine Schuldner mehr unterstützt hätten, und die Banken würden sicherlich auch nicht mehr verloren haben. Die Ottonnan. b a n k ist aus ihrer bisherigen vornehmen Zurückhaltung herausgetreten, die sie sich als Staatsbank schuldig zu sein glaubte, und (hat engere 114