Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- Eine hebräische Mittelschule in Palästina [Nachricht]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein erweiterter Schulrat soll demnächst gebildet werden. Demselben werden neben den bisherigen Initiatoren anerkannte, führende Männer des gesetzestreuen Judentums angehören. <t W EINGESANDT. W W Werter Herr Redakteur! Ich las in Ihrer geschätzten Monatsschrift im 5. Jahrgang Nr. 2 unter. der Aufschrift „Aus der Schulwelt", dass der Zweck der palästinischen Kindergärten hauptsächlich der sei, eine hebräisch sprechende Generation heranzubilden. Aber nicht aller. Der Kindergarten der Evelina de Rothschild School in Jerusalem hat es sich als erstes Ziel gesetzt, erzieherisch und ethisch auf die kleine Schar einzuwirken. Die Liebe zur Reinlichkeit, Wahrhaftigkeit und vor allem zu echter Jüdischkeit in die jungen Herzen zu pflanzen, das sind ihre Ideale. Die Sprache ist nur ein Mittel zum Zweck; sie ist quasi eine Brücke, der Träger der Gedanken vom Munde des Lehrers zur Seele des Schülers und ein Bindeglied von Schüler zu Schüler. Hebräisch ist übrigens in diesem Kindergarten schon seit der Gründung desselben, d. i. 1896, eingeführt als lebende Sprache. Ist doch dieser Kindergarten der erste jüdische Palästinas und nicht, wie irrtümlicherweise berichtet wurde, (derjenige Richon-le-Zions. Die noch jetzt an dem Institute tätige Kindergärtnerin kam 1890 nach Jerusalem und wurde Frl. Schapira, jetzige Frau Gruenberg, die alsdann in Richon-le-Zion den Kindergarten gründete, in der Evelina de Rothschild Schule ausgebildet. Bis vor zwei Jahren hatten sämtliche in Palästina tätige Kindergärtnerinnen ihre Ausbildung direkt oder indirekt von dieser Schule erhalten. Sara Bondi, ^Jerusalem. &<3 AUS DER TÜRKEI. döb &o Neue Regierungsstellen in Palästina. Die Pforte hat in den letzten Monaten begonnen, dem an Aegypt en angrenzenden Gebiet eine bemerkenswerte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Kürzlich wurden 80 000 Dunam (7300 Hektar) als Krondomänen angekauft. Ferner wurden auf rAnregung;des Mutessarif von Jerusalem E k r e m Bey (eines Vertrauten des Yildiz) folgende neue Regierungsstellen errichtet: Das bisherige Kaimakamlik Birseba wurde in ein Muavin- Mutessariflik umgewandelt und in H a f i r ein Kaimakamlik "(Kaza oder Bezirk) und in M eli ha eine Nahie (Bezirksexpositur) neu errichtet. In den zwei letztgenannten Orten wurden auch die nötigen Regierungsgebäude, Mili- 111