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Palästina · 1908-01-01 · Heft 5-6 · p. Seite 110

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 5-6
Article
[Nachricht]
Date
1908-01-01
Page
Seite 110 (sequence 1)
Language
German
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\ m M AUS DER SCHULWELT 11 | Die Verwaltung des „Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina4* eröffnet ihren soeben ausgegebenen Bericht, der die Jahre 1906 -und 1907 umfasst. Acht Zöglinge haben nach ihrer vollständigen Ausbildung das Waisenhaus verlassen und als Handwerker auskömmliche Beschäftigung gefunden. Wahrlich, eine Anstalt, die ca. dreissig Zöglinge erzieht, an einem Tage acht aus ihr hervorgegangene jüdische junge Leute so ausgerüstet in den Kampf des Lebens eintreten sehen kann, darf den Anspruch erheben, dass weitere Kreise sich ihrer in werktätiger Liebe annehmen und sie mit Mitteln ausstatten, (damit sie ihr segensreiches stilles Wirken für die Zukunft in noch weit ausgedehnterem Masse ^auszuüben vermag. Diese acht jungen Leute liefern zugleich den unwiderleglichen Beweis, dass die jüdische Jugend im Heüigen Lande zu ernstem iStreben und zu tüchtiger Arbeitsleistung mit freudigem Willen auch die geistigen und körperlichen Fähigkeiten (besitzt, die nur der kundigen Hand harren, ..welche sie verständnisvoll anleitet und erzieht. Der Verein hat im Jahre 1906 insgesamt 32530 Mk. vereinnahmt, 31370 Mk. verausgabt, im letzten Jahre 32977 bezw. 38177 Mk. Der eiserne Fonds ist auf £78 055 Mk. angewachsen. Auch die Lämelschule hat in den beiden Berichtsjahren .ihren altbegründeten Ruf abermals bewährt. Infolge der erhöhten Subvention, die der „H ilisvexein jder Deutschen Juden" der Schule zu teil werden Hess, war es möglich, zwischen dem von;diesem Institut gegründeten Kindergarten und der untersten Klasse der Lämelschule eine Verbindungsklasse herzustellen, womit vielen Wünschen unserer Jerusalemer Glaubensgenossen entsprochen worden ist. Eine hebräische Mittelschule in Palästina. Nach genauer Orientierung und in Berücksichtigung der Urteile massgebender Persönlichkeiten in Palästina, endlich auch nach Rücksprache mit den Leitern der grossen Organisationen, welche das Schulwesen in Palästina beeinflussen, hielt der Misrachi Jaffa für geeignet, dort seine Schule zu eröffnen. Nachdem sich auch Herr Oberrabbiner Kuk-Jaffa mit dem Projekte einverstanden erklärt hat, soll die Eröffnung der untersten Klasse baldmöglichst erfolgen. Die Schule soll ihren Zöglingen eine gründliche jüdische Bildung aus Tnach und Schass vermitteln und sie zugleich befähigen, als pflichtbewusste, gesetzestreue Juden ihren Lebensunterhalt durch redliche Arbeit selbständig zu erwerben. Die Unterrichtssprache wird das Hebräische sein; Arabisch, als Landessprache, soll vom zweiten Schuljahr an gelehrt werden und eine europäische Sprache nur in den 'oberen Klassen und nur in dem Umfang, als es die Handelsbeziehungen Jaffas resp. Palästinas erfordern. Auf < diese Weise hofft der Misrachi, die strebsamen und tüchtigen Elemente, welche heute infolge der zu hohen Bewertung der europäischen Sprachen im Unterrichtsplan der palästinensischen Jugend zur Auswanderung verleitet werden, zur Sesshaftigkeit in Palästina zu erziehen. 110

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