Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- Über die technischen Fortschritte [Nachricht]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Pläne auf Rechnung des neuen, fortschrittlich gesinnten Gouverneurs von Jerusalem setzt; ob sie aber Bestand haben, kann erst die Zeit lehren. Eine zweite Reise des Kaiserpaares nach Jerusalem. 'Wie uns mitgeteilt wird, haben kürzlich Konferenzen stattgefunden, bei denen dem Kaiserpaare .die Modelle für die neue Kaiserin Auguste Viktoria-Stiftung am Oelberge in Jerusalem vorgelegt wurden. Sowohl der Kaiser wie die Kaiserin haben hierbei des öfteren die Absicht geäussert, anlässlich der feierlichen Eröffnung des Pügerheims eine zweite Reise nach Jerusalem zu unternehmen. Programmässig soll der Bau im Frühjahr 1910 vollendet sein. Die Fahrt nach Jerusalem würde sich dann nach der Absicht der Majestäten direkt an die Frühjahrsreise nach Korfu in dem genannten Jahre anschliessen. | gg AUS DEN HAUPTSTÄDTEN Jerusalem. Soeben wütet eine fürchterliche Feuersbrunst in den kleinen Je mener [Wohnhäusern. Durch den furchtbar starken Wind, der heute anhaltend weht, nimmt das Feuer permanent grössere Dimensionen an. Man hört die Hilfeschreie der unglücklich Betroffenen bis zu uns zum Schaare Zedek Spital herüber. Das grauenhafte Unglück ist jetzt noch nicht abzusehen. Herr Marx ist mit unseren Löschapparaten und allem nur irgend entbehrlichen Personal zur Brandstätte geeilt. (S. Letzter Bericht.) Vor mehreren Dezennien wurde der Platz neben dem Grab von Mutter Rachel auf dem Wege nach Bet.Lehem von dem altbekannten Zionsfreund Rabbiner Hirsch Kalischer aus Thorn erworben und in hochherziger Weise einem jüdischen Vereine in Jerusalem geschenkt. In unaufgeklärter Weise wurde es damals unterlassen, die mehrere Parzellen Landes mit einer festen Mauer zu rumgeben, so dass es den angrenzenden Türken leicht möglich war, Teile desselben an sich zu reissen und ihrem Besitze einzuverleiben. Durch einen glücklichen Zufall erfuhr der Leiter der Jeschiba von Meah- Scheorim Rabbiner Hurvitz von dem Verkauf auf dem Auktionswege des oben erwähnten Platzes und liess die alten Bücher, Akten usw. nach darauf bezüglichen Dokumenten nachsuchen. Die Bemühungen waren von Erfolg gekrönt. Man fand sogar unter anderem einen fertigen Bauplan von dem verstorbenen württembergischen Baurat Schick entworfen. Es war nämlich damals schon beabsichtigt Pilgerwohnungen nebst Synagogen dorten zu errichten. Jetzt ist es das eifrige Bestreben dieses Herrn den Platz durch grosse Geldopfer zu seiner geplanten Bestimmung und seinen rechtmässigen Besitzern zuzuführen, was in Anbetracht der vielen jüdischen Pilger, welche jährlich zur Mutter Rachel und nach Hebron wandern, zu wünschen wäre. Als vor kurzer Zeit eine der Schwestern des Schaare Zedek Hospitales den Poliklinikraum betrat, wurde ihr im Vorraum von einer sephardischen Jüdin ein gesundes Kind hingehalten mit den Worten: „wenn sie das Kind nicht sofort nehmen, bringe ich es in die Mission". Der Verwalter, Herr Jonas 105