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Palästina · 1908-01-01 · Heft 5-6 · p. Seite 102

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Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 5-6
Article
Die türkischen Finanzen
Date
1908-01-01
Page
Seite 102 (sequence 2)
Language
German
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zalhlung eines Monatsgehaltes der hauptstädtischen Beamten zu verschaffen. 15,000 türkische Pfund werden von der Landwirtschaftlichen Bank vorgeschossen, 70,000 türkische Pfund von der Deutschen Orientbank, garantiert durch die Hammeltaxen und die Einnahmen der Landwirtschaftlichen Bank — das ist bereits das vierte Geschäft der Deutschen Orientbank mit der türkischen Regierung, deren Verbindlichkeiten gegen die Bank sich nunmehr auf zirka 470,000 türkische Pfund belaufen —15,000 türk. Pfd. von der Deutsch. Bank. 70,000 türk. Pfund sucht die Pforte bei der Tabakregie aufzunehmen, gegen Anrechnung auf die Tabakzehnten, welche die Regie für die Regierung einhebt. Bei diesem Anlasse sei übrigens konstatiert, dass die Vorschüsse, welche die Deutsche Bank der türkischen Regierung gegeben hat, fast immer an den Verfallstagen regelmässig zurückgezahlt wurden. Man macht eben, wie der Volksmund solche Staatswirtschaft charakterisiert, ein Loch zu und das andere auf. Es ist nötig, von Zeit zu Zeit auf diesen wunden Punkt hinzuweisen, um vor allem Reformoptimismus, aber auch vor allem Reformradikalismus zu warnen. Die Lebensverhältnisse der deutschen Bauern in Palästina. In Sarona sind 36 Wohnhäuser mit 35 Nebengebäuden, 2 Kellereigebäude mit allein Frs. 75,000 Herstellungskosten. Eigenes Land hat Sarona etwas über 400 Hektar, darunter 7 noch nicht ganz voll tragbare Orangengärten im Messgehalt von 18 Hektar, deren Ernte im letzten Jahr zu Frs. 49,000 verkauft wurde. Aus all diesem betrug im verflossenen Jahr die Steuer an die türkische Regierung: An Haus- und Landsteuer Frs. 3400, an Zehnten Frs. 6900, an Zehnten für 6 Gemüsegärten mit Bewässerung, im Durchschnitt je 2 Hektar gross Frs. 900, der deutsche Weinbauverein Wilhelma, Sarona Jaffa, dessen Kellereien in Sarona sind, mit einejm jährl. Umsatz von Frs. 1.050,000 hatte zu zahlen an vWeinsteuer Frs. 16,000, an Zoll- und Stempelmarken Frs. 2000. Die 400 Hektar werden von 23 Landwirtschaft treibenden bebaut, darunter Sjind 4, die zwar Pferde, aber kein Rindvieh' haben, also weniger Land brauchen, und von den 19, die auch Viehzucht treiben, haben 5 je noch 1/2 Los an ca. 30 Morgen in Wilhelma und bewirtschaften es von Sarona aus. Daraus kann man sehen, dass es unrichtig ist, wenn gesagt wird, die meisten Landwirte seien auf Pachtland angewiesen. Es wird noch Land gepachtet, weil die Pächter eben ihre Rechnung dabei finden. Auch die Steuerverhältnisse sind nach feststehenden Normen geregelt, die der Willkür der Beamten Halt gebieten. So ist die feste Taxe für Mirieland pro 1000 — Frs. 4 und für Mülk- 102

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