Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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mittel hat auch eine bedeutende Erhöhung der laufenden Ausgaben zur Folge, wodurch der Frauenverein in eine grosse Kalamität geraten ist. Jaffa. Die jüdischen Aerzte des Landes wollen sich organisieren. Im Jahrgang 1907, letztes Heft war schon auf die Tätigkeit einer solchen Organisation verwiesen. Die „P a 1 äis t i n a b i fo 1 i o t h e k" wird vorerst in der Bibliothek pJSchaar.es-Ziori" untergebracht werden. Letztere erhielt vor kurzer Zeit von Herrn J. L. Goldberg in Wilna 3000 Bände zur Vergrösserung der Bücherei. Der neue Kaimakam, der aus einer angesehenen türkischen Familie in Damaskus stammt, gilt als ein Mann von grosser Bildung und vornehmem Charakter. In den letzten Tagen hat er eine Deputation der hiesigen jüdischen, Gemeinde empfangen und hat dieser Deputation die Zusicherung gegeben, dass er alles tun wolle, was die Juden in seinem Bezirk zu fördern geeignet sei. Wenn von seiten der Juden irgendwelche Pläne gehegt würden, so möge man diese ihm stets ohne Besorgnis vorlegen und versichert sein, dass er sie immer mit Wohlwollen prüfen würde. Biese überaus freundliche Haltung des neuen Kaimakams wird hier mit um so grösserer Befriedigung aufgenommen, als es heisst, der Kaimakam habe auch am Hofe des Sultans grossen Einfluss, und mehrere seiner Verwandten seien in Konstantinopel in hohen Stellungen. AUS DEN KOLONIEN Sichron Jaakob. Die Kolonie „Sichron Jaakob" gehört gegenwärtig zu den gesichertsten und leistungsfähigsten Kolonien von Palästina. Die Kolonie ist auf einem Berge gelegen, südlich von . Haifa (etwa vier Wegstunden, nahe der Meeresküste), von dem aus sich eine wundervolle Aussicht auf das Karmelgebirge und auf ctiei Ephraim-pHügel eröffnet. Die Kolonisten, die bis vor kurzem noch für wenig wirtschaftlich galten, haben sich in den letzten Jahren ausserordentlich zu ihren Gunsten geändert. Im ganzen zählt die Kolonie gegenwärtig 52 Kolonistenfamilien und 80 fremde Familien. Jeder Kolonist verfügt über etwa 200 Dunam Saatland, 20 Dunam Weingärten und 20 Dunam Mandel- und Oliven-Pflanzungen. Die Viehzucht hat sich sehr erfreulich und einträglich entwickelt. Jeder Kolonist hat 10=—20 Stück Grossvieh, 15—40 Ziegen und zwei Pferde bezw. Kamele oder Esel. Viele Kolonisten beackern bereits den Boden mit Ochsen, die sie 'selbst gezüchtet haben, und manche andere sind sogar bereits in der Lage, selbstgezüchtetes Vieh zum Verkauf zu bringen. Die Felder werden nach einem gemischten europäisch-arabischen System bewirtschaftet. Wenn auch die Bodenkultur nicht so intensiv wjje z. B. in Chederah betrieben -wird, so geht doch das Streben der Kolonisten nach möglichst rationellem 75