Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Jüdische Postboten [Nachricht]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
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Auch weitere jüdische Postboten wurden von der österreichischen Post angestellt, nachdem sich die alten (für Stadt und Land) gut bewährten. Jerusalemitisches Sprachenbabel. Die drei Kindergärten des Deutschen Hilfsvereines zu Jerusalem wurden im Jahre 1907 von 305 Kindern besucht Davon waren: Haussprache Sephardim 120 39*9 Prozent Spaniolisch Aschkenasim 116 3^'o JJ Jüdisch aus Yemen 17 5'6 9) Arabisch „ Bochara 16 5'2 >5 Bocharisch 5t Persien 16 =■= 5*2 JJ Persisch „ Grusinien 9 3"o )9 Grusinisch „ Bagdad und Aleppo 4 i*3 3> Arabisch „ Marokko 3 1*0 JJ „ Maro „ Bulgarien 3 T'O » Bulgarisch Mohammedaner 1 03 >J Arabisch. Diesem Uebel helfen die Kindergärten dadurch ab, dass die Zöglinge dort Hebräisch als gemeinsame und einzige Sprache erlernen und sprechen. Dreizehn Jahre sind, verflossen, seitdem der hiesige Frauenverein „E srath Naschi m" zur Verpflegung armer Wöchnerinnen gegründet wurde. Seine Tätigkeit führte ihn in die ärmsten Kreise, wo die Not und das Elend sich in ihrer traurigen Wirklichkeit zeigen. Hier wurde bald die Aufmerksamkeit des Vereins auf die Unglücklichsten der Unglücklichen, auf die Gelähmten, die Blöd- und Wahnsinnigen gelenkt. Es ist überflüssig, hier den verwahrlosten Zustand dieser Armen zu schildern. Im Vertrauen auf die Hilfe des Allgütigen und den tatkräftigen Beistand edler Menschenfreunde schafften wir sofort Abhilfe, indem wir ein Asyl für Unheilbare und Geisteskranke gründeten. Aus kleinen Anfängen hervorgegangen, hat sich dieses Asyl zu einer Anstalt ersten Ranges entwickelt, in welcher unsere Von den schwersten Schicksalsschlägeni heimgesuchten Mitmenschen aus ganz Palästina seither Zuflucht finden. Viele ausländische Besucher Jerusalems haben sich persönlich von der Leistung der 'Anstalt überzeugt und ihren Ruf in weite Kreise getragen. Bank den Bemühungen der vereinten Kräften kann der Verein gegenwärtig 38 'Kranken in einem 'eigenen, komfortabel eingerichteten Heime sorgfältige Pflege und liebevolle Behandlung angedeihen lassen. Die unzulänglichen Räume und die knappen Mittel gestatteten es jedoch bisher, nur weibliche Kranke aufzunehmen, die doch in ihrem Unglücke am meisten verlassen sind. Dagegen fehlt noch eine Abteilung für männliche Kranke völlig, die nicht minder bedauernswert sind, und die sich in beschämender Weise auf den Strassen umhertreiben, oder ihren armen Angehörigen zur Last fallen. Ausserdem ist -die Anstellung eines Psychiaters unbedingt notwendig, der imstande wäre, diejenigen Kranken zu retten, die noch gelettet werden können. Für den ersteren Zweck ist bereits ein Fonds von 3000 Francs vorhanden, weitere .12,000 Francs würden hinreichen, um den geplanten Neubau zu errichten. Die horrible Verteuerung der Lebens- 74