Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 1)
- Language
- German
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Verband judischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina. Es fehlen in Palästina fast alle Einrichtungen für eine gute hygienische Erziehung der Kinder, für eine gedeihliche und praktische Vorbereitung der (schulentlassenen Mädchen zu einem Beruf und zu ihrer Bestimmung als Hausfrau; auch fehlt es an Wohlfahrtseinrichtungen für die Armen, Kranken und Schwachen. Wir Jüdinnen stellen in allen Kulturländern ein hervorragendes Kontingent der sozial und philantropisch arbeitenden Frauen. Es ist deshalb unsere Pflicht, einen Teil der Bestrebungen, die wir in so hohem Masse unserer näheren Umgebung zuwenden, diesem fast ausserhalb aller sozialen Fürsorge stehenden Lande zuteil werden zu lassen. 'Wir Frauen der Kulturländer wollen den Frauen in Palästina helfen, indem wir ihnen zunächst Kindergärten, Haushaltungsschulen, Heime für Krankenschwestern und Lehrerinnen u. a. m. schaffen. Zu diesem Zwecke bedürfen wir grosser Mittel. Wir richten deshalb an Sie die Bitte: Treten Sie unserm Verband als Mitglied bei und helfen auch Sie bei unserer grossen, hoffentlich vielen Juden Palästinas zum Segen, gereichenden Aufgabe! Zentralkomitee Berlin: Frau Prof. Warburg, I. Vorsitzende, Uhlandstr. 175. Frau Rabb. Dr. EscheL bacher, Kll. [Vorsitzende. Frau Dr. Leszynsky, I. Schriftführerin. Frau Dr. Friedemann. Frau E. Landau, I. Schatzmeisterin, Martin Lutherstr. 6. Frau Albert Asch. Frau Johanna Abraham. Frau B. Hamburg. Frau Aron Hirsch. Frau Leop. Mainz. Frau Dr. Ginsberg. Frau Prof. Philipps an. Frau Justizrat Timendorfer. Frau Rabb. Warschauer. Vom Herzlwald. Am 20. Tammus, dem 19. Juli, jährt sich abermals der Tag, an dem Th'eoidor Herzl uns entrissen, wurde. Ein Denkmal wollten die Zionisten iihm setzen, ein lebendes 'Dsenkmal, das die Jahrhundertej überdauern soll. Einen jWaljd von mindestens 10,000 Bäumen planten wir, einen Oelbaumwald im Lande unserer Zukunft zu seinem Gedächtnis., Aber mit Beschämung müssen wir/ es .gestehen: noch haben wir die Mindestzahl von Bäumen nicht erreicht. Afyer, wenn (wir mjit denn .Walde etwas wirklich Grosses, Segen-» bringendes schaffen wollen, dürfen wir uns nicht auf 10,000 Bäume beschränken. De* Ertrag der Bäume ist ja den kulturellen Institutionen des Landes zugedacht, er soll zu uns später einmal die Möglichkeit geben, unser Schulsystem in Palästina auszubauen. Und das für den H e r z{ 1 - Wald in Aussicht genommene Terrain fasst auch 20,000 Bäume. Die Jahrzeit ist ja in der Zeit der Trauerwochen unseres Volkes,, da wir uns nach altemi Brauch Entsagung auferlegen. Die Ersparnis sei dem Herzlwald geweiht. Der Vorsitzende des Vereins „Oelbaumspende" (e. V.) O. Warburg, Berlin W., Uhlandstr. 175. 71