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Palästina · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 70

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Vom jüdischen Frauenverband
Date
1908-01-01
Page
Seite 70 (sequence 2)
Language
German
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anlassung von Frau Dr. Thon in Jaffa, stellt der Verband jetzt eine Gemeindeschwester in Jaffa an, die gerade in den heissen Sommermonaten, wenn so viele Krankheiten auftreten und die wenigen Hospitäler überfüllt sind, eine segensreiche Tätigkeit wird entfalten können. Die Schwester wird mit Mitteln versehen, um für ärme Kranke Arzneien, Verbandstoffe, Wäsche und wenn die Not sehr gross ist, auch Lebensmittel anzuschaffen. Sie wird auchr Frauen und jungen Mädchen Vorträge über Hygiene und Körperpflege halten. In Palästina setzt man grosse Hoffnungen in den Verband. So sind der Vorsitzenden viele Vorschläge und Anregungen von dort aus zugegangen. Auch hier in Deutschland haben sich schon einige Frauen, besonders Krankenpflegerinnen und Lehrerinnen gemeldet, die sich gern in Palästina betätigen würden. Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass der Verband in allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung aller Länder Mitglieder erwirbt und dass er dann in wenigen Jahren in der Lage ist, eine reiche, soziale und kulturelle Tätigkeit in Palästina zu entfalten. Die jüdischen Hotels. Ein klassisches Land ist nun einmal Palästina, das die Reisenden anlockt. Aber die, welche aus dem Jordanland eine Schweiz machen können, das sind nicht vorerst die russischen Studenten. Die lassen kaum Geld im Lande, höchstens einige durchgelaufene Stiefelsohlen. Aber die reichen Juden wollen ihren Komfort. Soll so ein Jude, der nie Erez Israel verlassen hat, wissen, was das ist. Man kann es schwerlich verlangen. Das entschüldigt manchen Hotelier, schafft aber nicht aus der Zeitgeschichte, dass es heute noch Orte in Palästina gibt, wo die jüdischen Wirte vieles, manchmal alles 211 wünschen übrig lassen. Dort gibt es wenigstens überall gute Logis bei deutschen Hoteliers. Der gute Jude wünscht aber eine jüdische Unterkunft. Was den jüdischen Hotels fehlt, mag hier beiseite gestellt werden. Oft ist es eben die europäische Zivilisation, die man, wo sie fehlt, äusserst schmerzlich vermisst. Hotels zu gründen ist heute nicht nur kein schlechtes Geschäft. Es ist im gewissen Sinne eine nationale Tat. Denn mancher, der einmal schlaflose Nächte verbrachte, vergisst, sein Pech würdig zu tragen und trägt die schlechte Erinnerung in weite Kreise. Dies oder anderes darf nicht mehr vorkommen. Eine Schweiz kann sonst Palästina reichen Juden nicht werden. 70

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