Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Kolonie Chederah [Nachricht]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Jacob, auch die Kolonie Chederah. Es gibt auch verschiedene Landbesitzer, die anderswo ihren ständigen Wohnsitz haben und ihr Land in Chederah verpachteten. Die 'Kolonie besitzt auch eine kleine Volksschule, an der ein Lehrer und eine Hilfslehrerin gegenwärtig 32 Schüler unterrichten. Für die Fortgeschritteneren ist indessen in dieser Schule kein Platz. Es wäre an der Zeit, durch Aufwendung grösserer Hilfsmittel den misslichen Zuständen dieser aussichtsvollen Kolonie erfolgreich entgegenzuarbeiten. Unter besseren Bedingungen könnte gerade die Kolonie Chederah feich zu einer M-u sterkolonie entwickeln. Die Ika Die Ika hat in letzter Zeit einige jüdische Arbeiter als Pächter eingerichtet. Einigen jüdischen Arbeitern inWadi Chanin gewährte sie zur Erbauung von Wohnhäusern langfristige Kredite und spendete am gleichen Orte 4000 Fr. zur Erbauung einer Mädchenschule. Weiterhin hat die Ika bei E k r o n und Wadi Chanin Grund und Boden angekauft. Petach Tikwah. Diese Kolonie ist die grösste und reichste unter den jüdischen Kolonien in Erez-Jisroel. Aber gross und reich wurde sie erst vor kurzem, seit sie", selbstständig wurde. Früher waren dort nur ungefähr 28 jüdische Familien, die vcn des Barons Unterstützung lebten und auch einmal zuguckten, wie Araber auf ihren Feldern arbeiteten. Jetzt sind wir mehr wie 400 Familien (mehr als 2000 Seelen), die ungefähr 300 verschiedene Häuser haben. Unsere Kolonie ist schon nicht mehr Kolonie im engen Sinne des Wortes. Sie ist eine zukünftige Stadt. Es gibt verschiedene Geschäftsleute, Krämer und viele Arbeiter. In P. T. gibt es: Etliche Gruppen für Kleinkredit, die durch die A. P. 1. gestützt werden. Eine Organisation für Viehfutterkäufe zu billiger Zeit. Die Organisation hat ihre Magazine und einen grossen Bankkredit, eine grosse Genossenschaft, gemilot chesed, die mit grosser Ordnung und vielem Nutzen besteht. Jetzt wird eine Genossenschaft für Einkäufe zu billiger Zeit gegründet, auch will man eine Bank für gegenseitigen Kredit gründen. — In P. T. ist die Organisation, Pardes, aller jüdischen Orangengärtenbesitzer in Palästina. Er schickt selbständig die Orangen auf die grössten Weltmärkte. Die Arbeit in den Orangengärten ist jetzt in vollem Gang; die Nachfrage nach Arbeitern ist eine starke; beschäftigt sind hier 200 jüdische und 350 arabische Arbeiter. Für die Pflanzung von Baumwolle hat Baron Rotschild versprochen, die Maschinen, die zur Bewässerung der Felder und sonst zur Baumwollkultur nötig sind, zu schenken. Eine neue Unternehmung ist durch etliche reiche Leute von P. T. gegründet, — gewesene Rotschildadministratoren, — sie haben von Arabern am Teiche tausend Dunam Land gekauft, das bis damals wie eine Wüste gewesen war. Auf den Teich haben sie eine grosse Maschine mit einer Riesenpumpe gestellt und im Verlauf von zwei Jahren haben sie 8000 musterhafte Pflanzungen angelegt. Ausser Orangen wurden viele Tausende von Fruchtbäumen gepflanzt, die sie mit viel Mühe und grossen Kosten von den besten Plantagen Frankreichs sich verschafft hatten, die Bäume haben sich sehr gut eingepasst. Die ganze Arbeit wird rationell gemacht und die Wirtschaft 53