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Palästina · 1908-01-01 · Heft 3 · p. Seite 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 3
Article
Dreissig Jahre deutscher Palästinaforschung
Date
1908-01-01
Page
Seite 41 (sequence 5)
Language
German
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Haben diese Stationen teilweise auch' darunter zu leiden, dass geeignete Beobachter nicht überall zur Verfügung stehen, so ist doch soviel Beobachtungsmaterial gesammelt, von einigen Stationen sogar lange Jahre hindurch in lückenloser Reihe, dass schon längst an eine zusammenfassende Bearbeitung gedacht werden konnte. So behandelte Dr. Hilderscheid im Jahrgang 1902 der Zeitschrift die Niederschlagverhältnisse Palästinas in alter und neuer Zeit. Für die Bearbeitung anderer Zweige sind wiederholt Fachmänner herangezogen worden; doch waltete darüber ein Unstern, da diese Gelehrten, ehe sie die Arbeit ausführen konnten, teils durch Krankheit, teils durch den Tod gezwungen wurden, die Arbeit anderen zu überlassen. Die Resultate der Beobachtungen konnten daher bis jetzt nicht weiter mitgeteilt wrerden. Schliesslich hat der Verein in den Jahren 1903—1905 ein zweites Ausgrabungsfeld, den Ruinenhügel des alten Megiddo, in Angriff genommen. An sensationellen Funden hat er zwar nicht viel aufzuweisen, aber in kulturgeschichtlicher Beziehung kann das Ergebnis der Ausgrabungen kaum überschätzt werden. In Verbindung mit dem Ertrag der Ausgrabungen der Engländer in Gezer und Sellins in Taanach liefern sie uns ein überaus reiches Material zum Studium der bis dahin so gut wie völlig unbekannten Kultur Palästinas von etwa 3000 bis 500 v. Chr., und immer deutlicher tritt zutage, wie wir in dieser Kultur das verbindende Glied zwischen der altorientalischen babylonischen, der ägypischen untd der mykenischen "Kultur kennen lernen, dass also die Kultur Palästinas das allgemeinste Interesse verdient. Der ausführliche Bericht über die Ergebnisse der Ausgrabungen des Deutschen Palästina-Vereins ist vor kurzem in einem mit 300 Illustrationen und 50 Tafeln ausgestatteten Bande vorgelegt worden. Die Ausgrabungen haben gezeigt, wieviel Material für die Wissenschaft dem Boden Palästinas entrissen werden kann. Sie fordern geradezu auf: „Hebt die Schätze, die ihr berührt habt, weiter!" -□ Dr. David Strauss, Zürich: Professor und Pfarrer Dr. Konrad Furrer. In Zürich starb vor einigen Wochen ein reformierter Geistlicher, von dessen Wirken und Wollen auch in dieser Zeitschrift gesprochen werden soll. Konrad Furrer, ein kerniger Schweizer, war nicht nur Theologe im engsten Sinne, sondern auch ein gelehrter, idealer Mensch, eine Schwärmernatur, die nach allem Schönen und Guten strebte, und auch die Zuhörer anzuspornen wusste, dem Idealismus nachzugehen. Die Kirche St Peter, wo er Jahrzehnte lang predigte, ist durch ihn berühmt geworden. Furrer kannte Palästina durch 41

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