Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Eine Darlehenshilfskasse [Nachricht]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2379786-2379804-2379806--01446-2413389- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
frauen kleine Darlehen gegen leichte RückZahlungsbedingungen gewährt. Den Bemühungen dieser Damen ist es nun gelungen, die Hilfskasse zu eröffnen und ihre segensreiche Tätigkeit zu sichern. Die Hilfskasse steht auf ausschliesslich charitativer Grundlage. Die Apotheke des „Lemaan Zion" fertigte im Dezember 1655 Rezepte an, und die Aerzte des Vereins behandelten in diesem Zeiträume 1860 Augenkranke und 1206 sonstige Kranke. Umfcfoau. Rabbiner Horwitz wird von der deutschen Ohalukah zur Reformierung der Verwaltung nach Palästina gesandt. Dr. A. Ruppin, der bedeutende Nationalökonom übersiedelt nach Jaffa, wo sich schon Dr. Thon ansässig gemacht hat. In Südafrika entstand eine Gesellschaft zur Besiedelung des Landes über die in nächster Nummer noch berichtet wird. — Die Schwierigkeiten beim Landerwerb entspringen nur der Willkür des gegenwärtigen Gouverneurs, aber nicht dem Gesetze. Die Juden haben bereits 400000 Dunam Land in Palästina im Besitz und werden ihren Besitz auch weiterhin vergrössern, denn die Regierung in Konstantinopel steht den jüd. Kolonisationsbestrebungen durchaus freundlich gegenüber. Arbeiter-Heimstätten in Palästina. Die jüdischen Kolonien in Palästina litten und leiden noch ausserordentlich unter dem Mangel an geeigneten Wohnungen für jüdische Arbeiter. Gäbe es heute in den jüdischen Kolonien Arbeiterhäuser, so könnten schon jetzt in verschiedenen Kolonien mindestens einige tausend jüdische Arbeiter dauernde, lohnende Beschäftigung finden und für viele von ihnen wäre die Möglichkeit gegeben, sich später als Kolonisten niederzulassen. Damit würde die „jüdische Unterschicht" (nach einem Wort Franz Oppenheimers) langsam geschaffen werden, ohne die eine bodenständige jüdische Bevölkerung in Palästina nicht denkbar ist. Aus diesen Gründen hat sich vor kurzem eine „Ar b eiter-Heimstätten- Genossenschaft" gebildet, die alb englische Gesellschaft in London registriert ist, ihren faktischen Sitz jedoch in Jaffa (Palästina) hat; sie ist dort der Leitung des Chefs des Palästinaamtes unterstellt. Die Genossenschaft gibt Anteile zu einem Pfund (20.40 Mk.) heraus, die jährlich mit 2 Prozent verzinsbar sind, während sie selbst von den Untergenossenschaften, die den Bau der Häuser ausführen, für das dargebotene Kapital 4 Prozent erhält. Durch dieses Unternehmen wird es möglich sein, eine grosse Anzahl von Häusern auf einmal zu erbauen, wodurch wieder eine bedeutende Verbilligung, sowohl der Baukosten wie des Rohmaterials erzielt wird. Es ist beabsichtigt die Verzinsung und Amortisation so zu regeln, dass es den Arbeitern möglich wird, nach einer Reihe von Jahren Besitzer der von ihnen bewohnten Häuser zu werden. Gleichwohl wird ns sich erreichen lassn, dass die Mieten noch erheblich geringer sein werden, als bisher üblich. Von einigen wenigen Freunden sind für die Genossenschaft bereits einige Tausend Mark gezeichnet 14