Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Abschiedsfeier des Chacham-Baschi Jakob Meir [Nachricht]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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Jaffa. Die Abschiedsfeier des Chach am-Bas chi Jakob Meir gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung des Vertrauens und der Wertschätzung. Die Kolonie der bulgarischen Juden in der Nähe von Jerusalem — der neue Chacham Baschi von Saloniki ist aus Bulgarien gebürtig — sowie die Einwohner von Artuf begrüssten Kabbi Mair bei seiner Ankunft und spendeten ihm und seinen Begleitern Kränze. An der Bahnstation in Jaffa erwartete eine 3000köpfige Menge den Chacham Baschi und empfing ihn mit brausenden Hedädrufen. Der Präfekt von Jerusalem stattete ihm einen Besuch ab. Am letzten Abend seines Jaffaer Aufenthalts fand eine öffentliche Versammlung statt, in der die Herren Dr» Mossensohn, Dr. Scheinkin und Dr. Turoff Ansprachen hielten. Rabbiner Jakob Mair dankte in tief empfundenen Worten und gab der Hoffnung Ausdruck, dass es ihm gelungen sein möge, für das Wohl seiner Brüder im Heiligen Lande Erspriessliches zu leisten. Ein neuer türkischer Postdirektor ist hier eingetroffen, der sofort den Anteil der Kolonien an der Post erkannte und der Regierung vorschlug, in allen Kolonien türkische Postämter einzurichten, um die ausländischen zu verdrängen. Die Kolonien hatten bis jetzt die Gelegenheit, es von selbst zu tun. Jetzt werden sie vor die Aussicht gestellt sein, türkische Beamte in ihre Mitte zu bekommen. Safed. Hier hat sich ein Verein gebildet, der die Errichtung eines Volkshauses mit Lesehalle und Leihbibliothek in Angriff nehmen will. Ein Jerusalemer Philantrop. Herr M. Rand hat hier kürzlich 14000 qm Land für die Armen Jerusalems gestiftet. Auf diesem Boden sollte vom Stifter eine Reihe von Gebäuden u. a. auch eine Synagoge errichtet werden. Der Boden kostet 70000 Frcs. die Gebäude werden einen Kostenaufwand von 140000 Frcs. erfordern. Jemenitische Juden. Die dauernden Unruhen in Yemen haben die Lage der dortigen Juden, die ohnedies viel zu wünschen übrig lies, noch verschlimmert. Die Emigration nach Palästina —sie richtet sich sowohl aus religiös-nationalen wie auch aus geographischen Gründen fast ausschliesslich dahin — ist ausserordentlich gewachsen. Man kann fast sagen,;dass alle Juden aus Yemen jetzt nach Palästina gewandert sind, und zwar hauptsächlich nach Jerusalem. Da die meisten ohne jedes Hab und Gut nach Jerusalem kommen, so fallen sie zumeist der Jerusalemer sephardischen Gemeinde zur Last. Nun ist die Chalukah dieser Gemeinde zwar so gross, dass sie wohl anch zur Unterstützung der Yemeniten ausreichen würde, aber die Verwalter dieser Qhaluka ziehen es vor, das Geld vorteilhafter zu verwenden. Infolge dieser Zustände, die offenbar einer Reformation an Haupt und Gliedern dringend bedürftig sind, ist die Lage der jemenitischen Juden elend und sie müssen nach Europa um Hilfe rufen, während ihnen doch hier am Orte sehr gut geholfen werden könnte, wenn — wenn es dem Gelde nicht so gleichgültig wäre, in wessen Tasche es läutt. Eine Darlehenshilfskasse. Wohlhabende jüdische Frauen in Jerusalem haben eine Aktion eingeleitet, deren Zweck es ist, eine Darlehenskasse zu gründen, welche jüdischen Haus- 13