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Palästina · 1937-12-01 · Heft 12 (Dezember 1937) · p. Seite 642

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 12 (Dezember 1937)
Article
Die Nahrungs- und Genußmitteleinfuhr [Nachricht]
Date
1937-12-01
Page
Seite 642 (sequence 1)
Language
German
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Die Nahrungs- und Genoßndttdeinfohr, Im ersten Halbjahr 1937 betrug die Nahrungs- und Genußmitteleinfuhr 2,565.708 £P gegen 4,252.038 £P im ganzen Jahr 1936, also etwa um 10% mehr als die Hälfte der Einfuhr im Vorjahr. Das ist zum Teil auf die schlechtere Getreideernte, zum Teil auf Preissteigerungen zurückzuführen. Von den einzelnen Genußmitteln sind die starke Steigerung der Zigaretteneinfuhr, von den Nahrungsmitteln die wertmäßige Steigerung der Reiseinfuhr und die Verringerung der Schlachtvieheinfuhr hervorzuheben. Die Einfuhr von Käse und Kondensmilch ist in den letzten Monaten um 50%. die von Butter um 10% gestiegen. LANDWIRTSCHAFT UND KOLONISATION. Fragen der Orangensaison* M. Smilansky führt im »Boust nai« aus, daß durch den Verkauf drittsortiger und leicht faulig werdender Orangen in der vergangenen Saison, aus England wegen der großen Verluste weniger feste Bestellungen eingelaufen seien. Die Aussichten seien jedoch auch in England nicht schlecht, wenn die Ware gut und die Größe der Orangen die richtige sein wird. Um den durch den großen Prozentsatz fauliger Früchte im letzten Jahre, erschütterten guten Namen des palästinensischen Produktes zu bewahren, dürften in Hinkunft nur kleine, das heißt im Handel gangbare, gesunde und saftige Früchte auf den Markt gebracht werden. Die dritte Sorte hätte besser nicht ausgeführt werden sollen. Die große Jaffa-Orange sei eine teure Frucht für reiche Leute, die nur kurze Zeit wohlschmeckend ist. Der französische und skandinavische Markt sei nur für Früchte aufnahmefähig, von denen mindestens etwa ISO in eine Kiste gehen. Auch der englische und der übrige europäische Markt sei für soiche Früchte am geeignetsten. Der Anbau der kleineren Valencia-Orange sei unbedingt anzuraten. Diese Notwendigketten müßten durch Abmachungen zwischen den Pflanzern gesichert werden. Der Orangen preis. Nach dem Bericht von »Barclays Bank« beträgt der Durchschnittspreis für Orangen vom Baum heuer 3/3 sh, während die Kosten für Verpackung, Fracht und Versicherung pro Kiste 1 sh höher sind als im Vorjahr. Die Stellung der Tnuvah. Die Tnuvah, die 212 Beamte beschäftigt, von denen 75% zwischen 8}^ un<3 11 £P monatlich verdienen, ist derzeit vielen Angriffen seitens der Landwirte ausgesetzt, die sich darüber beklagen, daß sie infolge des Preisverfalles. ihrer Produkte ihre Lebenshaltung stark senken müssen, während der Zwischengewinn der Tnuvah unverändert geblieben ist. Ihre Beamten beziehen ein sicheres und mühelos erworbenes Einkommen, indes der Reingewinn der Erzeuger oft weit unter den Gehältern der Vermittler bleibt. Dagegen wird eingewendet, daß die Tnuvah eine notwendige Aufgabe im Wirtschaftsleben erfüllt und eine Gehaltsverminderung der Beamten eine Senkung der Kaufkraft der Stadtbevölkerung und damit des Absatzes wirtschaftlicher Erzeugnisse zur Folge hätte. Die Probleme des Gemüseanbaues. Über dieses Thema schreibt H. Vertun in den Mitteilungen der »Hitachduth Olej Germania«. Die Araber arbeiten extensiv, daher billig, und erzeugen auf 138.000 Dunam 40.000 bis 50.000 Tonnen Gemüse, die Juden auf 7000 Dunam bei intensiver Kultur 15.000 bis 20.000 Tonnen. (Hier zeigt sich wieder, wie bei Intensivierung an Boden gespart werden kann. Das Verhältnis des Bedarfes erscheint hier wie 1 : 7 bis 8!) Der jüdische Gemüsebauer produziert zwar teurer als der arabische, immerhin sind seine Preise tragbar und billiger als in Dänemark und Holland. Wie im letztgenannten Land, wäre eine lückenlose Kontrolle von Produktion und Handel notwendig.

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