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Palästina · 1937-12-01 · Heft 12 (Dezember 1937) · p. Seite 637

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 12 (Dezember 1937)
Article
Die Lage im Lande [Nachricht]
Date
1937-12-01
Page
Seite 637 (sequence 2)
Language
German
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Als eine Folge der ein wenig gebesserten Lage kann das Eintreten des Blattes der Naschaschibi-Partei, »Adifaa« für jüdisch-arabische Verständigung angesehen werden. Erweiterung des Strafrechtes der Militärgerichte. Die mit Wirksamkeit vom 18. November eingesetzten Militärgerichte erhielten durch Sonderverordnung das Recht, neben der Todesstrafe unter besonders mildernden Umständen, insbesondere in Fällen von Waffenbesitz, auch auf Haft zu erkennen. In Haifa und Jerusalem amtiert je ein Militärgericht. Aufruf mohammedanischer Geistlicher. Kürzlich veröffentlichten 30 mohammedanische Geistliche einen Aufruf, in dem Gawaltaten und Sabotageakte verurteilt wurden. Dies ist das erste Mal, daß mohammedanische Geistliche gegen den Terror auftreten. Arabische Presse gegen den Terror. In den arabischen Zeitungen »Adifaac (Naschaschibi-Partei) und »El Dschmea al Islamia« (Panislam-Bewegung des Scheich Faruki) erschienen im Laufe des letzten Monates zum ersten Mal Aufrufe, in denen die Araber aufgefordert wurden, den Terror zu beenden. Mord und andere Gewalttaten seien grundsätzlich zu verurteilen. Aufruf der Stadtverwaltung von Jerusalem gegen den Terror. Wegen der Terrorakte vom 14. November forderte der Bezirkskommissär von Jerusalem den Stadtrat am 16. November auf, einen gemeinsamen Aufruf gegen Gewalttaten zu erlassen. In einer Sitzung, an der drei jüdische und drei arabische Stadträte teilnahmen, wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, die den Terror verurteilt und die Bevölkerung auffordert, die Maßnahmen der Regierung zu unterstützen. Der gemeinsame Aufruf wurde von allen hebräischen und der christlich-arabischen Zeitung »Palästina veröffentlicht. Nachträglich erklärten die arabischen Stadträte, daß jene Sitzung keinen offiziellen Charakter hatte. Truppenverstarkungen. Die britischen Truppen wurden durch zwei Bataillone Infanterie verstärkt. Neues Konzentrationslager. Da sämtliche Gefängnisse und das Konzentrationslager '•'uii Akko überfüllt sind, wird in Serafend ein neues Lager gebaut, das neben Abteilungen für Araber auch eine solche für Juden haben wird. Der Radiodienst der Polizei. Die Polizei verfügt jetzt über 70 Radio-Empfangsanlagen, darunter einige fahrbare. Rückkehr des Bürgermeisters von Haifa. Hassan Schükri, der Bürgermeister von i iaifa, der vor einigen Monaten vor den Terroristen ins Ausland geflohen war, kehrte ■ im 8. November nach Haifa zurück und nahm sein Amt wieder auf. Um die Teilung. Im Oktoberheft von »Foreign Affairs« (New York) schreibt Lord Samuel über seinen schon im Oberhaus vorgetragenen Plan. Die Juden sollen ich für einige Jahre mit 40% der Bevölkerung Palästinas begnügen, dieses soll einer großen arabischen Föderation beitreten, in der die jüdische Industrie Absatz fände. I ransjordanien soll für die jüdische Kolonisation geöffnet werden. Der Artikel gibt f eine ausführlichere Begründung für diesen Vorschlag an, als die seinerzeitige Rede. Von viel größerem Interesse ist der Beitrag von H. St. J. Philby über die Araber und die Zukunft Palästinas. Philby, heute der größte Arabist und intimer Berater des Königs l^n Saud, befürwortet die Teilung. Allerdings will er Jerusalem und den Korridor dem 'irabischen Staat zuschlagen. Akko soll mit Syrien vereint werden, Akaba an Saudi- Arabien zurückfallen. In der politischen Zeitschrift »The Round Table« (London), Dezemberheft, be- < odelt ein sehr interessanter Artikel, betitelt: »Palestine and the Arab World« die * tilung. Stark betont wird, daß England militärisch in Palästina weit über jedes Maß ' -gagiert ist und dieser Zustand nicht andauern könne. Der Teilungsplan schafft nur

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