Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1937)
- Article
- Der neue Hochkommissär [Nachricht]
- Date
- 1937-12-01
- Page
- Seite 636 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
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Sir Harold, der 55 Jahre alt ist, trat 1905 in den Dienst der Kolonialverwaltung und war zuerst lange Jahre im Sudan tätig. Seit 1934 ist er Gouverneur und Höchstkommandierender von Tanganyika (Ostafrika). Er hat große Erfahrung in polizeilichen Dingen, und gilt als hervorragender Kenner der arabischen Frage. Der Hochkommissär Sir Arthur Wauchope ist am 24. November nach Palästina zurückgekehrt und dürfte bis Februar 1938 amtieren. Neuer Militärkommandant. An Stelle des Generals Waveli wurde Generalmajor R. H. Haining — der auch Jurist ist — ernannt. Der Berater der Pouzei. Sir Charles Tegart. der neue Berater der Polizei ist am 3. Dezember in Palästina eingetroffen. Erklärung des Kolonialsekretars im Unterhaus. Am 6. November erklärte der Kolonialsekretär auf verschiedene Fragen, die Regierung habe den Vorschlag der Peel-Kommission, eine politische Höchstgrenze der jüdischen Einwanderung für die nächsten fünf Jahre einzuführen, nicht angenommen. Die jüngste Beschränkung der Einwandererzahl sei eine reine Ubergangsmaßnahme. Die Regierung habe für diese acht Monate eine rein willkürliche Zahl bestimmt. Die Lage im Lande. In den letzten Wochen stand Palästina unter dem Eindruck der entschlossenen Bekämpfung des Terrors. Der Mord an den fünf Arbeitern der Kwuzah Baamaleh rief zum ersten Mal den Gegenangriff vereinzelter Juden hervor. Am 14. November war Jerusalem der Schauplatz von Feuerüberfällen auf unschuldige Araber, denen fünf Personen, darunter zwei Frauen, zum Opfer fielen. Die Behörden verhafteten 45 Revisionisten, von denen 24 ins Anhaltelager von Akko gebracht wurden. Mehrere wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die Jewish Agency, der Waad Leumi und das Oberrabbinat, sowie die ganze öffentliche Meinung verurteilt diese ebenso sinnlosen w?ie gefährlichen Racheakte auf das Schärfste. Die Disziplin des Jischuw konnte glücklicherweise aufrechterhalten werden. Der Kampf gegen den Terror scheint trotz zahlreicher Opfer gewisse Erfolge erzielt zu haben. Der Terror, Bombenwürfe, Brandstiftungen, Feuerüberfälle. Sprenganschläge, macht sich jetzt nur mehr in bestimmten Teilen des Landes bemerkbar, in Jerusalem, Haifa, im Bergland nördlich von Safed, in Berscheba und Gaza. Die Viehdiebstähle und Plünderungen in der Gegend von Nablus zeigen, daß die Verpflegung und Besoldung der Banden auf wachsende Schwierigkeiten stößt. Daß die Extremisten noch immer in den Reihen der Polizei Freunde haben dürften, zeigt die Tatsache, daß es Abteilungen von 100 Mann, bzw. 20 Mann ohne Schwierigkeiten gelang, quer durch das Bergland im Norden nach Syrien zu entkommen. Auch in der Beamtenschaft gibt es natürlich noch zahlreiche Extremisten, wie die Verhaftung von zwei Beamten der Stadtverwaltung von Jerusalem zeigt. Von den Maßnahmen gegen den Terror ist die Gefangennahme des Führers der Aufständischen des Südens. Scheich Farchan es Saadi, am 22. November und seine Verurteilung durch das Militärgericht und Hinrichtung durch den Strang am nächsten Tage die bedeutsamste, da sich dabei zum ersten Mal der unbeugsame Wille des Militärs zeigte, den Terror niederzuzwingen. Außerdem kam es am 15. November zu einem größeren Gefecht bei Akko, wo arabischen Banden schwere Verluste zugefügt wurden. Der Bandenkrieg und Terror forderte in den letzten Wochen 18 Tote unter den Arabern, 3 unter den Juden und 4 unter den Polizisten, 3 Araber und 1 Engländer. Verwundet wurden 9 Juden, einige arabische Polizisten und 6 Araber. Eine große Zahl von Arabern wurde verhaftet.