Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 11 (November 1937)
- Article
- Eine Umgebungskarte Jerusalems als kartographische Neuerung [Rezension]
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 593 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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und Höhenkennzeichnung ist ganz der Karte 1 : 100.000 angepaßt. Wesentliche Unterschiede sind die Weglassung der Flächensignaturen für steinigen Grund (»Rocky Ground«) und Felder und Weiden (»Crops and Pasture«), die Änderung der Signaturen für Baumkulturen und die Anlage der Karte mit abgetönten Höhenschichtsfarben. Die Änderung der Baumkultursignaturen ist sehr zu begrüßen. Erfreulich ist die Hereinnahme der Ölbaumgebiete und der Forsten in die Signatureinheit. Bei der 1 : 100.000er Karte machte die grüne Farbe, die Gebiete intensiveren Anbaus kennzeichnen sollte, leider vor Wald und Ölbaumhain Halt, so daß der flüchtige Betrachter gerade den Wald, der allgemein mit grüner Flächensignatur ausgeschieden wird, nicht grün gekennzeichnet fand und er anderes, was alles andere als Wald war (Gartenbaugebiete, Weinberge, Orangenhaine usw.), auf den ersten Blick für Wald halten mußte. Dies alles ist nun viel besser geworden, indem auf der Karte 1 : 50.000 die grüne Grundfarbe weggelassen und die Einzelsignaturen in Grün zart eingezeichnet wurden, so daß die Gebiete der Baumkulturen (Obst, Ölbaum, Wein, Forst) jetzt viel gedämpfter, jedoch genau so deutlich wie zuvor, dargestellt sind, und das Landschaftsrelief nicht beeinträchtigt wird. Die dritte Änderung von Farbtönen zur Kennzeichnung einzelner Höhenschichten, bedeutet für diesen Maßstab eine Erstmaligkeit. Dieses Prinzip sucht durch Zerlegung von Böschungen in gleichhohe Stufen und deren Färbung durch Töne eines nach oben immer intensiver werdenden Braun oder Rotbraun eine gewisse Farbenpiastik zu erreichen. Dies gelingt auch bei Maßstäben wie 1 : 250.000 und kleiner, da Höhenstufen von 200 oder 300 m, die bei diesem Maßstab üblich sind, bei einem stärkeren Mittelgebirgs- oder bei Hochgebirgsrelief eine größere Anzahl von Farbtönen in schmalen Bändern nebeneinander zeigen, was den farbenplastischen Eindruck sehr erhöht. In unserem Falle, einer Karte im Maßstab von 1 : 50.000 mit Höhenstufen einheitlichen Farbtons von 200 m, werden bei dem dargestellten Mittelgebirgsrelief der Berge Judas die einzelnen Farbstufen zu breit; das Auge umfaßt an keiner Stelle der Karte mit einem Blick vier Farbstufen, was mindestens für die Erweckung des plastischen Eindrucks notwendig wäre. Da die insgesamt auf dem Blatt dargestellten vier Farbstufen von einem ganz hellen zu einem ziemlich kräftigen Braun reichen, sind auch die Sprünge von Farbstufe zu Farbstufe zu groß. Doch seien wir für das uns in der Karte Gebotene dankbar, und begnügen wir uns damit, die Farbtöne der Höhenstufen als eine Unterstreichung der Höhenlinien in ihrem Verlaufe aufzufassen. So geben sie uns eine gute Handhabe, uns den vertikalen Aufbau der Jerusalemer Landschaft, wenn auch ohne den Eindruck der Plastizität, einzuprägen; und es ist nur zu bedauern, daß hie und da der Aufdruck der Farbtöne nicht gleichmäßig erfolgt ist; doch mag dies leicht bei Neudruck zu beheben sein. So dürfen wir uns freuen, in der besprochenen Karte einen wertvollen und schönen Mittler zur Kenntnis des Landes vorzufinden, und nur noch dem Wunsche Ausdruck verleihen, daß recht bald ähnliche Blätter uns für die Umgebung von Jaffa—Tel Aviv und von Haifa, für das Emek Jesreel und für die Umgebung von Tiberias und Safed beschieden sein mögen. Edgar Rosenau. Etudes Geologiques dans la Region de la Shephelah en Palestine* Von M. A v n i - m e 1 e c h, Grenoble 1936. — Diese Schrift des Dr. Avnimelech, Assistenten der geologischen Abteilung an der Jerusalemer Universität, befaßt sich mit den geologischen Verhältnissen eines Gebietes, das bisher von dieser Wissenschaft nur nebenbei und im Zusammenhang mit anderen Räumen behandelt wurde. Die Gliederung des Werkes ist klar und wohl abgewogen. Zwei einleitende Kapitel bringen eine Übersicht der bisher im Zusammenhang mit diesem Gebiete geleisteten geologischen Forschungsarbeit und