Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 11 (November 1937)
- Article
- Die Aufwendungen der Juden und ihr Anteil an den Einnahmen der Verwaltung [Nachricht]
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 577 (sequence 2)
- Language
- German
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Außer diesen großen Aufwendungen trägt die jüdische Bevölkerung zum Budget des Landes per Kopf mehr als viermal soviel bei als die arabische Bevölkerung. Eine Untersuchung, die vom Statistischen Büro der Jewish Agency für das Finanzjahr 1934/35 durchgeführt wurde (die wir seiner Zeit mitteilten), ergab, daß die jüdische Bevölkerung (etwa 29% der Gesamtbevölkerung) ungefähr 63% zu den Gesamteinnahmen beitrugen. Schätzung des jüdischen Anteils an den Regierungseinnahmen: Gesamteinnahmen Schätzungsweiser Anteil der Juden Direkte Steuern........ 556.069 £ 278.000 £ 50% Indirekte Steuern........ 3,471.541 £ 2,259.000 £ 65% Abgaben.......... 413.702 £ 282.000 £ 68% Post ........... 355.817 £ 263.000 £ 74% Bahn ........... 785.556 £ 441.000 £ 56% Alle anderen Einnahmen..... 438.376 £ 265.000 £ 60% 6,021.061 £ 3,788.000 £ 63% Auf Grund der Schätzung betrug die Steuerlast per Kopf und Jahr bei den Juden 12 £, bei der nichtjüdischen Bevölkerung 2,6,0 £. Nach einer Schätzung für das Jahr 1930, die von der Regierung und der Jewish Agency gemeinsam durchgeführt wurde, wurde der Anteil der Juden an den Regierungseinnahmen mit 36,7% der Gesamteinnahmen errechnet, zu einer Zeit, wo die Juden 17% der Gesamtbevölkerung betrugen. Zu dieser Zeit war die Steuerlast per Kopf bei der jüdischen Bevölkerung dreimal so hoch als bei der nichtjüdischen. Obwohl für die letzten zwei Jahre keine gültigen Schätzungen vorliegen, ist zweifellos anzunehmen, daß infolge der großen jüdischen Einwanderung in den Jahren 1935/36 der jüdische Anteil an dem gesamten nationalen Budget auf zwei Drittel gestiegen ist. Eine vollkommene Übersicht des jüdischen Anteils an den Finanzen Palästinas würde auch eine Analyse der Stadtbudgets und jener der jüdischen Gemeinden erfordern. Felix Warburg gestorben. Am 20. Oktober starb im 66. Lebensjahr in New York, Felix Warburg, seit dem Tode von Louis Marshall, die führende Persönlichkeit der amerikanischen Judenheit und der Nichtzionisten in der Jewish Agency. Warburg hat als Präsident des »Joint Distribution Committee« Bedeutendes geleistet und ebenso ein großes Interesse am Aufbau Palästinas in Wort und Tat bekundet. In der Council- Tagung nach dem 20. Zionistenkongreß trat er als heftigster Gegner der Schaffung eines Judenstaates auf und die Situation spitzte sich kritisch zu, doch gelang es Weizmann, dank Warburgs hoher Auffassung seiner Verantwortung, die Einigkeit im Council herzustellen. Der Tod Warburgs bedeutet für die gesamte Judenheit einen unersetzlichen Verlust. Die Tätigkeit der Haavarah. Die Transfergesellschaft Haavarah, die durch Warenverkehr Vermögen von Juden in Deutschland nach Palästina transferiert, hat seit November 1933 etwa 60,7 Millionen Mark umgesetzt, von denen 56,0 auf Palästina und 4,7 Millionen auf den Nahen Osten entfallen. Die Hauptaufgabe der Haavarah ist der sogenannte B a r t r a n s f er, das heißt die Beschaffung von 1000 £P Vorzeigegeld für Einwanderer der Kapitalistenkategorie durch Warenausfuhr aus Deutschland. Daneben gibt es den Eigentransfer durch Warenausfuhr, der über die Beschaffung des Vorzeigegeldes hinausgeht, den Bautransfer, der Bauten in Palästina mit Baumaterial aus Deutschland ermöglicht, und den Emissionstransfer, der deutschen Juden den Ankauf von Wert-