Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 11 (November 1937)
- Article
- Erklärungen des Kolonialsekretärs [Nachricht]
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 574 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Palästina-Problem müsse gelöst werden. Man sei noch lange nicht so weit, um zur Ernennung der Kommission zu schreiten. Es sei klar, daß solange keine normalen Rechtszustände im Lande herrschen, so daß Personen, die des Mordes und der Terrorakte überführt werden, von den gewöhnlichen Gerichten abgeurteilt werden können, die Entsendung einer Kommission nicht in Frage komme. Solange die Lage in Palästina keine gründliche Änderung erfahren habe, sei er nicht geneigt, die Zusammensetzung der Kommission zu erwägen. Der Minister stellt fest, daß die Regierung nur die allgemeinen Richtlinien des Peel- Berichtes angenommen habe, ohne an bestimmte Einzelheiten gebunden zu sein. Abg. McGovern fragte, ob etwas unternommen worden sei, um festzustellen, woher die Terroristen ihre Geldmittel bezogen. Die Frage des Abg. McGovern, ob der Minister überzeugt sei, daß der Mufti den Interessen Englands und Palästinas während seiner ganzen Amtsdauer entgegengewirkt habe, wurde von Ormsby-Gore bejaht. Verfahren gegen arabische Beamte. Gegen die 122 arabischen Beamten, die seinerzeit die gegen die Palästina-Regierung gerichtete Denkschrift an die Königliche Kommission verfaßt und unterzeichnet haben, wurde eine Disziplinaruntersuchung eingeleitet und damit den Empfehlungen der Kommission Folge geleistet. Ausweisung von Führern der arabischen Extremisten. Durch Regierungsverordnung wurde den ins Ausland geflüchteten Mitgliedern des Obersten Arabischen Ausschusses die Rückkehr nach Palästina verboten. Es sind dies: der Führer der Unabhängigkeitspartei Auni Bey Abd el Hadi, der Vorsitzende der Mufti-Partei, D s c h e m a 1 el Hussein i, der Führer des Nationalen Blocks, Abdul Latif. Saleh, der politische Berater des Mufti, Ised Darwasa, der auch als Direktor des Wakf abgesetzt wurde und der Führer der christlichen Gruppe in der Mufti-Partei, Alfred Rock. Zeitungsverbote. Die Regierung hat die Verbreitung aller Zeitungen aus Syrien und dem Libanon für drei bis sechs Monate verboten. Die Zeitung »AI Liwa« eingestellt* Die Zeitung der Mufti-Partei, »AI Liwa« (Das Banner), hat ihr Erscheinen eingestellt, da ihr vom Religionsfonds (Wakf) durch Vermittlung des Obersten Moslemischen Rates keine Gelder mehr zufließen. Die arabische Umwelt» Panarabismus. In der »Times« vom 20. Oktober bespricht ein Sonderkorrespondent die Lage im Nahen Osten. Er sagt, es gäbe keine positiven Fortschritte zum Panarabismus hin, die Beziehungen der arabischen Staaten untereinander sind unfreundlicher als je. Die Konferenz von Bludan war von keinem Staat offiziell beschickt. Nuri Pascha, der zum Präsidenten der politischen Kommission gewählt wurde, erschien nicht. (Nuri Pascha ist ein Mitkämpfer von Lawrence und war 1936 Außenminister Iraks, als solcher intervenierte er bekanntlich während der Unruhen in Palästina.) Transjordanien. -Nach verschiedenen unklaren Zeitungsmeldungen soll im Norden des Landes eine Revolte gegen den Emir ausgebrochen sein. Syrien. Der Korrespondent der »Times« weist auf die großen Schwierigkeiten Syriens hin: die Unabhängigkeitsbewegungen in Alexandrette, Latakia (Alauiten) und Dschebel Drus, die finanzielle Deroute, ferner die Amputation, die durch Zuschlag von Beirut und Tripoli an den Staat Libanon geschah. Der Korrespondent meint, die Regierung wolle die Aufmerksamkeit des Volkes durch die Duldung der panarabischen Strömungen ablenken und habe deshalb den Kongreß erlaubt.