Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1937)
- Article
- Die Lebenshaltung in den Gemeinschaftssiedlungen [Nachricht]
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 532 (sequence 2)
- Language
- German
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bildet die Erziehung. Die jüdische Gemeinschaft Palästinas ist vielleicht die einzige in der Welt, um deren Kindererziehung sich die Regierung nicht kümmert. Die Erziehungsausgaben müssen von den Siedlungen, deren Mittel äußerst beschränkt sind, selbst getragen werden. Insoweit die Regierung zu den Erziehungskosten beitragen würde, ergibt sich die Möglichkeit, das Ausgabenbudget auszugleichen und die Durchschnittskinderzahl der Siedlungen auf einen normalen Stand von mindestens 1,2 Kinder pro Arbeiter zu bringen. Im einzelnen ergeben sich für die' folgenden sieben Gemeinschaftssiedlungen folgende Daten für das Jahr 1935/36 im Vergleich zu 1933/34: Da- Bet- Bet- Tel- Ain- Kinereth gania B Sera Gesher Alfa Josef Charod 1933/34 78 93 57 — 120 232 315 Arbeiterzahl 1935/36 145 132 99 324 137 293 392 Jährliche Kosten 1933/34 50,3 45,8 46,6 — 45,6 38,9 42,7 pro Arbeiter 1935/36 43,8 49,6 50,3 44,6 47,9 40,2 45,5 Davon eigene 1933/34 Produktion 1935/36 5,7 5,2 4,3 6,2 7,5 7,4i 5,7i Kosten in 1933/34 96 84 73 — 89 91 101 Arbeitstagen 1935/36 91 93 89 99 92 91 95 Nettoeinnahme 1933/34 53,6 50,6 58,2 — 60,9 40,3 47,9 pro Arbeiter 1935/36 45,9 60,4 58,8 50,4 54,5 44,8 53,4 Ausgaben in % 1933/34 93,9 90,4 80,0 — 75,0 96,7 89,1 d. Einnahmen 1935/3.6 95,2 82,0 85,6 88,5 87,9 89,5 85,2 Zu diesen Ziffern bemerkt die Untersuchung der »Audit Union«: Eine Senkung der Produktionskosten ist ohne Senkung des Lebensstandards der Mitglieder unmöglich, der sich bereits auf einem Minimum befindet. Es muß daher endgültig festgestellt werden, daß es ausgeschlossen ist, irgendwelche Positionen der Lebenshaltungskosten zu reduzieren, einige bedürfen sogar dringend einer Steigerung. Durch eine Senkung der Lebenshaltungskosten unter das Minimum würden sich die Produktionskosten nicht reduzieren, da dies zu erhöhten Aufwendungen für medizinische Zwecke und zu einem Rückgang der Arbeitsintensivität führen würde. Es muß darauf hingewiesen werden, daß wenn das Niveau der Ernährung und anderer Posten nicht erhöht und dadurch die Arbeitsleistung und Rationalisierung auf allen Gebieten gesteigert wird, ein Gegensatz zwischen den Bedürfnissen und der Leistungsfähigkeit der Siedlungen entsteht. Die neuen Siedlungspunkte* Zu unseren Mitteilungen hierüber in »Palästina« Nr. 8/9, Seite 471/72, wird uns ergänzend mitgeteilt, daß die Kwuzah Batelem sich aus dem Haschomer Hazair-Nezach (der dem Kibbuz Meuchad angehört) und Angehörigen des deutschen Hechaluz zusammensetzt. In dem Siedlungspunkt »Maos« hat die dem Kibbuz Meuchad angehörige Gruppe aus Ranana als älteste und stärkste das Vorrecht auf feste Ansiedlung. Am 24. August wurde in der Nähe von Kfar Saba mit der Errichtung einer Siedlung für gemischte Landwirtschaft für zunächst 40 Familien aus Deutschland begonnen. Die finanziellen Verpflichtungen der Siedlungen. B. Galili kritisiert die Rückzahlungsverträge, die bei Anleihen an Siedlungen geschlossen werden. Die Siedler könnten nur schwer die Verpflichtung erfüllen, in 20 Jahren das Anlagekapital bei einer 4%igen Verzinsung zu amortisieren. Außerdem sei es den meisten Gruppen nicht 1 1934/35.