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Palästina · 1937-10-01 · Heft 10 (Oktober 1937) · p. Seite 529

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 10 (Oktober 1937)
Article
Der Negew [Nachricht]
Date
1937-10-01
Page
Seite 529 (sequence 2)
Language
German
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200 X SO Meter groß und von Steinmauern umgeben waren. Große Vorkehrungen wurden gemacht, daß das Regenwasser nicht den Boden wegschwemmt und die Wasser der Wadis nicht überfluten. Reste von großartigen Dammbauten zur Wasserspeicherung wurden (z. B. bei Kurnub) gefunden, ebenso Reservoire und Zisternen für Regenwasser. Da man in den Städten Reste von Badeanlagen fand, so kann kein Wassermangel geherrscht haben. Die Bevölkerung der sechs Städte (Khalasa, Ruheibe, Auja, Sbeita, Abda, Kurnub) wird zwischen 52.000 und 71.000 Köpfe geschätzt, die gesamte Bevölkerung des Negew ohne Beduinen auf 100.000. Lawrence und Woolley meinen, daß sich die natürlichen Bedingungen im Negew seit alten Zeiten nicht geändert haben. Die Zukunft der jüdischen Zitruswirtschaft. Im »Bust'nai« gibt M. Smilansky einen Überblick über die Lage des jüdischen Zitrusbaus und seine Aussichten: Die augenblickliche schlechte Lage der Zitruswirtschaft rührt außer von den hohen Zöllen der Importländer auch von der großen Verschuldung der Farmer her. Statt 70 bis 80 £ pro Dunam hat der Pardess seinen Besitzer vielfach 100 bis 110 £ pro Dunam gekostet. Der jüdische Besitz an Zitrusplantagen beträgt jetzt etwa 157.000 Dunam, davon besitzt der Keren Kajemeth 18.000 Dunam und die PICA etwa 1000. Im jüdischen Privatbesitz befinden sich also etwa 138.000 Dunam. Von diesen sind etwa 40.000 Dunam schuldenfrei. Sie gehören meist Juden, die im Ausland leben und nicht von dem Ertrage der Plantagen in ihrer Existenz abhängig sind. Auf 98.000 Dunam Zitrusplantagen lastet eine Schuld von 3l/2 Millionen Pfund zum Teil in Hypotheken, zum Teil in sonstigen Anleihen, kurzfristig und langfristig, teils zu erträglichem Zinssatz, teils zu einem Zinsfuß, der in keinem Verhältnis zum Ertrage steht. Mindestens 20.000 Dunam von diesen 98.000 sind in unerträglicher Weise mit Schulden belastet; die Schuldsumme beträgt für sie ungefähr 1 bis Millionen Pfund. Für die Besitzer so hoch belasteter Plantagen besteht keine Hoffnung auf Erhaltung dieses Besitzes. Auf den übrigen 78.000 Dunam lastet eine Schuld von etwa 2 Millionen Pfund oder etwa 25 £ durchschnittlich pro Dunam. Solcher Besitz kann unter normalen Bedingungen ertragfähig sein. Dieses Jahr kamen viele Faktoren zusammen, um die Zitruswirtschaft um ihren Ertrag zu bringen: Witterungsschäden, schlechte Versandorganisation, Zolltarife und der Mangel an Märkten. Vielen dieser Schäden kann durch Verbesserung der Organisation begegnet werden, wie auch durch politische Intervention. Wichtig wäre die Organisierung der Umschuldung alles nicht zu hoch verschuldeten Plantagenbesitzes. Würden die 78.000 Dunam, die zusammen mit zwei Millionen Pfund belastet sind, diese Summe für 15 Jahre bei einer Verzinsung von etwa 5% erhalten, so würde das zu einer wesentlichen Erleichterung der Lage führen. Die 20.000 Dunam, die hoffnungslos verschuldet sind, sollten von einer Siedlungsgesellschaft zu ihrem wahren Werte aufgekauft und zu einem entsprechenden Preise an Siedler verkauft werden. Guter Boden mit guter Wasserversorgung und gesunden Bäumen ist auch heute noch 100 £ pro Dunam wert, sein Ertrag von dieser Fläche ist etwa 100 Kisten. Die jährlichen Ausgaben für den Dunam dürfen 10 £ nicht übersteigen. Selbst dieses Jahr war der Nettoertrag 5 Schilling pro Kiste, so daß 100 Kisten pro Dunam noch immer 15 £ Reingewinn brachten. Selbst wenn der Preis auf 4 Schilling pro Kiste netto sinken sollte, bliebe bei 100 Kisten pro Dunam noch ein Reingewinn von 10 £ und bei 80 Kisten noch von 6 £. Ein Pardess allerdings, der weniger als 80 Kisten pro Dunam trägt, kann seinen Besitzer nicht ernähren. Smilansky ist derzeit in London bemüht, eine Anleihe zu erlangen, um die hochverzinslichen Schulden der Zitrusplantagen zu konvertieren.

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