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Palästina · 1937-10-01 · Heft 10 (Oktober 1937) · p. Seite 521

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 10 (Oktober 1937)
Article
Die Verhandlungen vor dem Völkerbund [Nachricht]
Date
1937-10-01
Page
Seite 521 (sequence 2)
Language
German
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in Anbetracht der von der Regierung des Vereinigten Königreiches geäußerten Absicht, das Studium des Verfassungsproblems Palästinas fortzuführen und sich besonders auf die Lösung durch eine Teilung des Gebietes zu konzentrieren, indem der Rat an die von dem Vertreter des Vereinigten Königreiches in dieser Hinsicht über die Einwanderungsfrage abgegebenen Zusicherungen erinnert, ist der Rat damit einverstanden, daß die Regierung des Vereinigten Königreiches die besagte Prüfung vornimmt und die damit zusammenhängenden Maßnahmen trifft, und indem er unterstreicht, daß das Mandat vom 24. Juli 1922 bis zu anderweitiger Entschließung in Kraft bleibt, vertagt er eine Betrachtung des Kernproblems, bis der Rat in der Lage ist, sich damit in seiner Gesamtheit zu befassen und behält sich seine Entscheidung und Stellungnahme in der Zwischenzeit völlig vor.« Der Referent Antonescu legt besonderes Gewicht darauf, daß Palästina das Recht des Abschlusses gegenseitiger Handelsverträge gegeben werden solle. Eine dahin gehende Empfehlung der Abänderung, bzw. Aufhebung des Artikel 18 des Mandats, wurde vom Völkerbundrat angenommen. Über die neue Palästina-Kommission verlautet, daß sie internationalen Charakter haben wird. Einige Mitglieder der Peel-Kommission werden ihr angehören. Die Völkerbundversammlung« In der am 20. September abgehaltenen Völkerbundversammlung, die am 22. September den Beschluß des Rates einstimmig zur Kenntnis nahm, wendete sich der Vertreter des Irak, Außenminister T e w f i k e 1 S w a i d y, gegen Balfour-Deklaration, Mandat und Teilung. Die englische Palästina- Politik müsse zu fortwährenden Unruhen im Mittleren Osten führen. In der 6. Kommission des Völkerbundes sprach Lange (Norwegen) darüber, daß die Kleinheit des zu schaffenden Judenstaates in keinem Verhältnis zu den Bedürfnissen der jüdischen Auswanderung stehe. Es sollte auch der Negew der jüdischen Kolonisation eröffnet werden. Komarnicki (Polen) wendete sich gegen die Beschränkungen der jüdischen Einwanderung. Frasheri (Albanien) befürwortet, daß Jerusalem eine freie Stadt werden sollte. Lozoraitis (Litauen) sprach im Sinne des jüdischen Standpunktes. Boutros Ghali Pascha, ägyptischer Außenminister, nahm einen sehr gemäßigten Standpunkt ein und gab zu, daß der Vorschlag der Teilung die einzige Möglichkeit einer Lösung des Problems darstelle. 1 Nachdem noch eine Reihe von Rednern ihre Bedenken vorgebracht hatten, sagte Lord Cranborne, daß seine Regierung die vorgebrachten Ansichten berücksichtigen werde. Sie halte die Teilung Palästinas für die einzig mcguche Lösung, habe sich aber nicht auf Einzelheiten festgelegt. Lord Peel gestorben. Am 28. September starb plötzlich auf seinem Landgut in Hampshire der Vorsitzende der Königlichen Kommission und ehemalige Staatssekretär für Indien, William Robert, Earl Peel im 70. Lebensjahr. Lord Peel, ein Enkel des berühmten englischen Staatsmannes Sir Robert Peel, begann seine Laufbahn als Anwalt. Als hervorragendes Mitglied der Konservativen Partei, war er während des Krieges Unterstaatssekretär im Kriegsministerium, 1921 bis 1922 Verkehrsminister und Kanzler des Herzogtums Lancaster, 1922 bis 1924 und 1928 bis 1929 Minister für Indien und eine Zeitlang Lordsiegelbewahrer. Er war ein hervorragender Kolonialfachmann und führte deshalb auch bei der Round-Table-Konferenz für Indien von 1932 den Vorsitz. Er war auch Mitglied der Round-Table-Konferenz für Burma. Das Dokument, das seinen Namen trägt und unter seiner hervorragenden Mitwirkung zustande kam, ist ein Muster englischer Staatsweisheit, des Willens zur Gerechtigkeit und Fairness. Das jüdische Volk, wie immer es sich zu den Vorschlägen der Kommission stellen mag, wird das Andenken Lord Peels stets in Ehren halten.

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