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Palästina · 1937-10-01 · Heft 10 (Oktober 1937) · p. Seite 515

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 10 (Oktober 1937)
Article
Halbjahresbilanz der Wirtschaftslage
Date
1937-10-01
Page
Seite 515 (sequence 5)
Language
German
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Volumen ist von den Banken und Kreditgenossenschaften im Verlaufe des letzten Jahres etwas erweitert worden, was zweifellos erleichternd gewirkt hat, wenn es sich dabei auch nur um relativ geringfügige Kreditausdehnungen im zweiten Halbjahr 1936 handelt, die im bisherigen Verlauf des Jahres 1937 aufrechterhalten wurden. Was die Kapitaleinwanderung betrifft, so wanderten in den ersten sieben Monaten dieses Jahres nur 920 Juden mit einem Kapital von 1000 £P ein, gegenüber 2229 in der entsprechenden Zeit des Vorjahres und annähernd 4000 im Jänner/Juli 1935. Aus diesem Rückgang der Kapitalisteneinwanderung ergeben sich Anhaltspunkte für die Kapitaleinwanderung, die insgesamt in diesem Jahre auf kaum wesentlich mehr als etwa 3 Millionen £P abzuschätzen sein dürfte. Bautätigkeit, Industrie, Stromverbrauch, Landwirtschaft, Verkehrswesen. Wohl am stärksten macht sich die Depression auf dem Gebiet der Bautätigkeit bemerkbar und das ist auch ganz natürlich, da die Bautätigkeit in den letzten Jahren weniger dem laufenden normalen Wohnungsbedarf als dem zusätzlichen Wohnungsbedarf der Neueinwanderer diente. Mit stark verringerter Einwanderung muß sich daher auch die Bautätigkeit sehr reduzieren. Wenn man das berücksichtigt, so ist der Umfang derselben doch noch ein verhältnismäßig hoher geblieben. Im Jahre 1935 wanderten im Monatsdurchschnitt fast 5500 Personen ein, die Bautätigkeit stellte sich im Monatsdurchschnitt auf rund 101.000 m2. Im Jahre 1936 senkte sich die Einwanderung im Monatsdurchschnitt auf rund 2500 Personen, die Bautätigkeit auf monatsdurchschnittlich 64.000 m2. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wanderten im Monatsdurchschnitt knapp 1000 Juden ein, wobei die Bautätigkeit einen monatsdurchschnittlichen Umfang von rund 50.000 m2 beibehalten hat. Trotz der Reduktion der Einwanderung auf einen geringen Bruchteil des Jahres 1935 hat die Bautätigkeit also in den ersten sieben Monaten dieses Jahres den halben Umfang des Jahres 1935 gehalten. Von dem Rückgang der Bautätigkeit wurde Tel Aviv verhältnismäßig stärker als Haifa und Jerusalem betroffen — eben aus dem Grunde, weil Tel Aviv von dem Einwanderungsstrom am stärksten erfaßt wurde. Durch den Rückgang der Bautätigkeit auf die Hälfte des Umfanges von 1935 werden natürlich die mit dem Baumarkt in Verbindung stehenden Industriezweige verhältnismäßig am stärksten betroffen. Im Gegensatz dazu ist die Lage der Konsumindustrien, vor allem der Nahrungsmittelindustrie, eine weit günstigere geblieben. Die Nahrungsmittelindustrie konnte im Ganzen gesehen ihren Umsatz wohl sogar steigern. Andere Konsumgüterindustrien, die mehr auf den elastischen Bedarf eingestellt sind, haben Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Naturgemäß ist die Absatzlage bei den einzelnen Betrieben sehr verschieden. Die großen palästinensischen Unternehmungen haben im Laufe der letzten Wochen und Monate durchweg günstige Abschlüsse vorgelegt — so die beiden Elektrizitätsgesellschaften, die Zementfabrik Nesher und die Palestine Potash Ltd., die sämtlich in London registriert sind und deren Aktien in London gehandelt werden. Die günstigen Abschlüsse dieser Gesellschaften, die trotz der schweren Umstände des Jahres 1936 erzielt wurden, haben auf den Londoner Finanzmarkt einen für Palästina recht günstigen Eindruck gemacht. Hinsichtlich der Palestine Potash, die im Jahre 1936 zum ersten Mal einen günstigen Abschluß vorlegen konnte, ist besonders zu bemerken, daß sie ihren Export in den ersten sieben Monaten dieses Jahres gegenüber der entsprechenden Zeit des Vorjahres wertmäßig um 59% steigern konnte. Der Stromabsatz der beiden Elektrizitätsgesellschaften, der auch allgemeinwirtschaftlich von Interesse ist, entwickelte sich wie folgt:

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