Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1937)
- Article
- [Rezension] / m. f.
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 484 (sequence 2)
- Language
- German
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Das Buch ist vor Erscheinen des Peel-Berichtes geschrieben worden. Die Zielsetzung des Autors, Transjordanien gesetzlich in die Sphäre der jüdischen Aktivität zu ziehen, da es zu Unrecht aus dem Bereich, für das die Balfour-Deklaration gilt, gezogen wurde, hat durch die neue Wendung der englischen Palästina-Politik keine Aussicht auf Verwirklichung in diesem Sinne. Wohl aber ist es denkbar, daß im Falle einer Teilung Palästinas eine vertragliche Sicherung jüdischer Kolonisation in dem vergrößerten Transjordanien unter Emir Abdullah möglich sein wird. Wie weit fruchtbares und namentlich bewässerbares Land zur Verfügung stehen könnte, ist leider auch dem Autor nicht bekannt. Es gibt keine diesbezüglichen Untersuchungen, und die Angabe der englischen Verwaltung — daß es keinen freien Boden mehr gebe — ist tendenziöser Natur (siehe darüber diese Zeitschrift, Jahrgang 1936, Seite 366 ff.). m. f. Um die Regierungsform in Palästina. Von D r. J. M. M a c h o w e r, Verlag Dr. Heinrich Glanz, Wien 1937, 237 Seiten. — Das Buch ist die Übersetzung des englischen Orginals: »Governing Palestine«, das wir im Jahrgang 1936, Seite 525, besprochen haben. Das Interesse für die Kämpfe, die um die Regierungsform Palästinas, insbesondere um den Legislative Council, geführt wTerden, ist von aktuellem Interesse, obwohl es sehr unwahrscheinlich geworden ist, ob das Mandat aufrecht erhalten werden wird. Der deutschen Ausgabe ist auch eine kurze Übersicht der Gründe für und gegen den Teilungsplan beigegeben, von der man aber nicht sagen kann, daß sie mit jener Unparteilichkeit abgefaßt ist, die im großen und ganzen das mit großer Sachkenntnis und Gründlichkeit geschriebene Originaiwerk auszeichnet, das einen sehr willkommenen Beitrag zur politischen Geschichte des Zionismus darstellt. b. Eine neue Karte von Jerusalem. (Palestine. Government of Surveys Map of Palestine 1 : 100.000. Sheet 8, Jerusalem.) — Das Kartenwerk des Landvermessungsamtes von Palästina (Direktor Mr. F. J. Salmon) erfuhr vor wenigen Wochen eine nicht unwesentliche Ergänzung durch die Herausgabe einer Karte des Jerusalemer Stadtgebietes im Maßstabe 1 : 100.000. Gegenüber den früheren Karten desselben Gebietes und im gleichen Maßstabe (1. Ausgabe: 1925; 2. Ausgabe, bei der nur die farbige Einzeichnung der Stadtgrenzen neu ist; erschien 1932) zeigt die neue Karte einige wesentliche Verbesserungen. Die Karte (55,5 X 50 cm auf warmgetonten elfenbeingelbem Papier ist dreifarbig: Gerippe- und Situationslinien sind schwarz eingezeichnet, Grundrisse der nichtöffentlichen Gebäude, bzw. deren Komplexe erscheinen schraffiert: die religiösen Anstalten, Ämter, Spitäler, aber auch Hotels, Kinos usw. dagegen voll mit Schwarz zugedeckt. Die Isohypsen, die diesmal eine Äquidistanz von nur 10 m aufweisen (auf der Karte von 1925: 20 m) sind kräftig in Braunrot ausgezogen und ergeben schon auf Grund ihrer relativen Grdrängtheit eine halbwegs plastische Vorstellung der Relief-Verhältnisse Jerusalems, die allerdings eine leichte Schummerung, wenn auch nur mit senkrechter Beleuchtungsannahme noch viel anschaulicher würde hervortreten lassen. Auch die Vegetationssignaturen sind im Vergleich zu den früheren Karten etwas kräftiger — was die Wirkung des Blattes nicht wenig hebt. Die Wahl und Art der Anwendung der dritten Farbe jedoch muß man entschieden als einen Fehlgriff bezeichnen. Sobald man die Karte in die Hand nimmt, drängen sich einem — alles andere in den Hintergrund schiebend —, die durch hellbraune Farbe hervorgehobenen, dadurch auch überdimensioniert wirkenden Hauptverkehrswege auf. Sie ergeben schon durch ihre relative Kraßheit ein zunächst verwirrendes Netz von Linien, die sich besonders nordwestlich vom Jaffator zusammenknäueln und als stärkste Blickfänger wirken. Das allzu kräftige, so unausgewogene und anorganische Hervorheben gerade dieses einen Kartenelementes ist selbstverständlich nicht bloß vom