Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1937)
- Article
- [Rezension] / a. b.
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 482 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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kins» seines Gefährten von Jugend auf, Auszüge aus Artikeln und Reden Tschlenows, sowie einige seiner Briefe. Tschlenows Persönlichkeit wird insbesondere von Drujanow näher gewürdigt: seine hohe geistige Kultur, sein großes Verantwortungsgefühl, seine Treue, sein tiefes Wissen, ebenso wie seine Besonnenheit, durch die er in kritischen Momenten (z. B. im Uganda-Konflikt und in der Wolffsohn-Krise) die Organisation vor der Spaltung bewahrte. So steht Tschlenow in der Erinnerung aller, die ihn kannten, als einer der Besten, die in der neujüdischen Bewegung gewirkt haben, a. b. Major Noah, American Jewish Pioneer. Von Isaak Goldberg. Mit 14 Abbildungen, Verlag The Jewish Publication Society of America, 1936, 316 Seiten. — Relativ spät erhält der bekannte Vorläufer des Zionismus, Mordechai Noah, eine Biographie. Der äußerst interessante Lebenslauf dieses originellen Menschen wird eingehend geschildert; es wird manche nichtzionistische Leser verblüffen, daß sich schon 1822 in dem freien Amerika, das damals wenige tausend jüdische Einwohner zählte, ein agressiver Antisemitismus geltend machte. Zum ersten Male wird in diesem Buche ausführlich über die Gründung des jüdischen »Staates« in Buffalo (1825) durch Noah berichtet, ferner über seine Äußerungen von 1844 für eine jüdische Heimstätte in Palästina, wegen welcher er von assimilatorischen jüdischen Blättern als Judenfeind hingestellt wurde. Noah war Jurist, Journalist, Zeitschriftenherausgeber, Schriftsteiler, Dramendichter, Theaterdirektor, Beamter, Konsul, Bürgermeister usw. gewesen. Nicht nur für die jüdische Bewegung, sondern — als feuriger Demokrat und amerikanischer Patriot — auch in der Politik, war er ein Vorläufer (in dieser ein solcher Monroe's) gewesen. m. a. »Dejiny cionistickeho hnutu« Von Dr. H. Lichtwitz. Verlag des jüdischen Nationalfonds und des zionistischen Zentralverbandes in der CSR. 1937, 142 Seiten. — Die zionistische Werbearbeit bei der heranwachsenden tschechisch sprechenden Jugend, die Auseinandersetzung mit der sich gerade in diesen Kreisen sehr ausbreitenden neuen Assimilation, die häufig Formen ä la Naumann annimmt, war erschwert durch den Mangel jeglicher zionistischer Literatur in tschechischer Sprache, der einzigen, die 70% des heutigen jüdischen Nachwuchses verstehen. Umso begrüßenswerter ist die vorliegende Arbeit. Lichtwitz führt uns in ihr in fesselnder Weise durch die Probleme unserer Geschichte und beleuchtet Schwierigkeiten, Aufgaben und Leistungen nicht nur des Zionismus, sondern auch des Judentums und seiner Vergangenheit. Lichtwitz wird durch seine lebendige Stellungnahme zum Führer durch die Fragen der Gegenwart. Das Buch ist fesselnd und anregend. Es ist nicht sine ira et studio geschrieben von einem unparteiischen über den Problemen schwebenden Historiker, sondern mit warmen Herzen, in schönstem und flüssigem Stil, der diesen Autor auch sonst so auszeichnet, n. g. Der neue Orient, Eine Einführung in das wirtschaftliche und staatliche Werden der Orientländer von Dr. Alfred Bonne. Herausgegeben von der Hitachduth Olej Germania, Tel Aviv 1937, 89 Seiten. — Der als Sozialwirtschaftler bestens bekannte Autor, der das Wirtschaftsinstitut der Jewish Agency leitet und dessen schon in 3. Auflage erschienene Buch »Palästina, Land und Wirtschaft« mit Recht als das maßgebende gilt, hat dieses neue Büchlein, einem demnächst erscheinendem größeren Werke über dasselbe Thema vorausgeschickt. Dr. Bonne, der vor vielen Jahren das Archiv für den nahen Osten gegründet und geleitet hatte, ist sicher der geeignete Mann dafür, die soziale und wirtschaftliche Entwicklung dieses Gebietes zu schildern. Das vorliegende Buch zeigt alle Vorzüge des Autors, wie z. B.: das tiefe Eindringen in die sozialpsychischen, geo- und machtpolitischen Bedingungen der wirtschaftlichen Strukturen und ihrer Entwicklungen, eine durch Studien und Reisen erworbene ge-