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Palästina · 1937-08-01 · Heft 8-9 (August 1937) · p. Seite 458

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 8-9 (August 1937)
Article
Die zurückgekehrten nationalistischen Führer und ihre Agitation [Nachricht]
Date
1937-08-01
Page
Seite 458 (sequence 1)
Language
German
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458 Syrien- Die zurückgekehrten nationalistischen Führer und ihre Agitation. Infolge der erlassenen Amnestie kehrten unter anderem die aus dem Aufstand von 1925 bekannten nationalistischen Führer Emir Schekib Arslan, Sultan Salim Pascha el Atrasch und Dr. Abd er-Rahman Schabander nach Syrien zurück. Dadurch hat die extrem arabischnationalistische Richtung eine bedeutende Verstärkung erfahren und es sind innere Machtkämpfe zu erwarten. Schekib Arslan hat am 11. Juni in einer Moschee in Aleppo eine aufsehenerregende Rede gehalten, die gegen die Nichtmuselmanen gerichtet war. Trotz späterer Abschwächungen und erfolgter christlich-moslemischer Verbrüderungsfeiern hat die Rede einen starken Nachhall hinterlassen. Arslan erklärte zunächst, daß es den Prinzipien des Islams widerstrebe, daß sich Millionen Moslems unter nichtislamischer Herrschaft befänden. Er sagte dann weiter wörtlich: »Ich glaube nicht, daß ein Mensch, der nicht an den Islam glaubt, Patriot sein könne.« Auch das religiöse Gefühl eines »Ungläubigen« (Nichtmoslem) sei ein mangelhaftes. (Die Äußerung Arslans entspricht übrigens der alten islamischen Grundanschauung, die der bekannte Islamforscher Martin Hartmann so umschreibt: »Für die Gemeinde der Muslime sind alle Nichtmuslime nur Ungläubige, nicht Angehörige irgend einer zu Recht bestehenden Gesellung. Die ganze Welt ist das Territorium der islamischen Gemeinde. Um dieses Territorium ist Kampf nötig.« Siehe »Der Islam«, Leipzig 1909, 108 Seiten. — Die Red.) Dr. Schabander hat gleich nach seiner Rückkunft eine starke agitatorische Tätigkeit entwickelt. Er erklärte, keine Verantwortung für den Sandschak-Vertrag zu haben, da er in seiner Abwesenheit abgeschlossen wurde. Doch glaubt man, daß Schabander, da er die Übernahme der Regierung anstrebt, sich schließlich nicht gegen den Willen Frankreichs stellen wird. Seine Anhänger nennen ihn »Duce« (Az-Za'im). Atrasch Pascha hat in seinem Stammland Dschebel Druz Frieden zwischen den streitenden Gruppen gestiftet und sich entgegen manchen anderen Strömungen für den engen Anschluß dieses Gebietes an Syrien ausgesprochen. Im September wird ein syrisches Mitglied seiner Familie (ob er selbst, ist fraglich) zum Gouverneur des Gebietes ernannt werden. Alexandrette. Das neue Statut ist fertiggestellt. Arabisch ist dem Türkischen als offizielle Amtssprache gleichgestellt. Die Rechte der Minderheiten sollen durch einen eigenen Kommissär geschützt werden — eine Neuheit auf dem Gebiete des Minderheitenschutzes. In der Grenzprovinz Dschesireh, zwischen den Distrikten Alexandrette und Latakijeh kam es Mitte August zu einer schweren, antichristlichen Revolte gegen eine anwesende französisch-syrische Kommission. Auch in Antiochia kam es zu Zusammenstößen. Irak* Ermordung des Generals Bekir. Am 12. August wrurde Generalstabschef Generai Bekir Sidky und der Kommandant des Flugwesens, Muhamed Ali Fawad, von einem Soldaten in Mossul erschossen. General Bekir ist der Urheber des Umsturzes im Irak vom 29. Oktober 1936, während dessen General Dschaffar Pascha, der proenglisch gesinnte Kriegsminister, ermordet wurde. (Später wurde auch dessen Bruder Rida el Askari ermordet.) Die Mitglieder der gestürzten Regierung flohen und nach ihnen auch die meisten Senatoren. Die neue Regierung unter dem halbtürkischen Hikmeth Suleiman, führte ein diktatori-

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